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Beilage Museen der Region 2021

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6 MUSEEN DER REGION 30.

6 MUSEEN DER REGION 30. November 2021 Das Projekt «Schaffhausen Heritage» soll die reichen Kulturgüter Schaffhausens hervorheben Grosse Pionierarbeit für die Region leisten Der Museumsverein Schaffhausen lanciert das Projekt «Schaffhausen Heritage», um Geschichte, Stadtbilder und Baukultur zu vermitteln. Nathalie Homberger Schaffhausen. Der Museumsverein Schaffhausen feiert im Jahr 2026 sein 100-Jahre-Jubiläum. Er möchte dies in einer Form tun, die zu ihm passt und die dem Museum zu Allerheiligen, der Museumslandschaft, der Schaffhauser Bevölkerung sowie den Touristinnen und Touristen nachhaltig dient. So entstand unter der Leitung von Peter Jezler, Vorstandsmitglied des Museumvereins, das Projekt «Schaffhausen Heritage». Der Schaffhauser Kunsthistoriker erklärt, dass es sich um ein sehr ehrgeiziges Projekt handelt. «Es ist ein Projekt, das auf unaufgeregte Art sehr viele Dienstleistungen vermitteln wird.» Herausragende Zeugnisse «Schaffhausen Heritage» wurde 2020 anlässlich des Jubiläums «975 Jahre Stadt Schaffhausen» lanciert. Ein bronzenes Stadtmodell steht beispielsweise in Solothurn. Dabei soll in der Altstadt von Schaffhausen, in Stein am Rhein sowie in Neunkirch jeweils ein bronzenes Stadtmodell aufgestellt werden. Diese sollen öffentlich zugänglich sein und einem breiten Publikum zur Vermittlung von Geschichte, Stadtbild und Baukultur Unter der Leitung von Peter Jezler, Schaffhauser Kunsthistoriker und Vorstandsmitglied des Museumsvereins Schaffhausen, entstand «Schaffhausen Heritage.» Bild: nh. dienen. «Obwohl der Kanton Schaffhausen klein ist, haben wir das Glück, eine einzigartige Fülle an unterschiedlichen Stadttypen auf kleinem Raum zu haben», meint Peter Jezler dazu. Innerhalb des Kantons liesse sich das Phänomen der Stadtentwicklung von der Antike bis zur Industrialisierung verfolgen. Dabei bezieht sich der Historiker unter anderem auf Stein am Rhein als Burg- und Klosterstadt oder Neunkirch als mittelalterliche Planstadt. Vor allem Schaffhausen als einzige Frühstadt der Schweiz (zusammen mit St. Gallen) trumpft mit seinen mittelalterlichen Befestigungen sowie Zeugnissen oder dem Rhein als Hauptverkehrsader mit einer einzigartigen historischen Vielfalt auf. Mit einem Bronze-Modell könnte das Verständnis für die Pflege des Stadtbildes nachhaltig gestärkt werden. In einem ersten Schritt soll Schaffhausen ein Bronzemodell erhalten. Die Modelle für Neunkirch und Stein am Rhein sind spätere Etappenziele des Projekts. Bild: zVg. Bewusstsein für Geschichte Die Bronze-Modelle werden, so der Projektbeschrieb, mit einer Online-Informationsplattform verknüpft, so dass interessierte Personen bequem Informationen zu den verschiedenen Häusern und Kulturgütern gratis und einfach abrufen können. «Einerseits geht es darum, in der Stadt das Bewusstsein für Geschichte wachzuhalten und zu fördern», erklärt Peter Jezler. Zudem soll es auch die Attraktivität der Stadt für Touristinnen und Touristen fördern. Andererseits gäbe es auch einen pädagogischen Anspruch, bei dem das heimatkundliche Interesse der Schülerinnen und Schüler geweckt werden soll, meint der Kunsthistoriker. Mit einem Stadtmodell kann der Einstieg in eine Stadtführung spannend und unterhaltsam gestaltet werden. Zudem soll das Projekt «Schaffhausen Heritage» für die Bevölkerung des Kantons identitätsstiftend wirken. «Im Kanton Schaffhausen ist eine reiche Kulturgeschichte vorhanden», erklärt der Kunsthistoriker weiter. Dieser müsse Sorge getragen werden. Ein Blick aufs Ganze Peter Jezler hat als Ausstellungsmacher bereits eine Vielzahl von Modellen betreut oder in Auftrag gegeben. Zudem nutzte er als Leiter von Kulturreisen in weiten Teilen Europas Stadtmodelle zur Vermittlung der jeweiligen Lokalgeschichte. «Ein Modell ist ein Informationsmedium, das fast unschlagbar ist», so der Schaffhauser. «Es berührt unsere Faszination und wir

30. November 2021 MUSEEN DER REGION 7 sind in eine Herrgottsperspektive versetzt. Die Modelle sind miniaturisiert, was einen gewissen Reiz auslöst.» Das Modell verschafft den Besucherinnen und Besuchern einen Blick aufs Ganze. So können grössere Zusammenhänge von Topografie und Stadtentwicklung erkannt werden. Zudem ist es für Stadtführerinnen oder -führer einfacher, Details und Besonderheiten aufzuzeigen. Ein weiterer Vorteil eines Bronze-Modells ist dessen Widerstandsfähigkeit und dass es auch sehbehinderten Personen ein bildhaftes Erlebnis bieten kann. Kulturvermittlung ermöglichen Der Auslöser für das Projekt «Schaffhausen Heritage» war die Donation von Denise und Martin Häcki. «Sie wünschen sich, dass der Museumsverein mit dem Geld einen Beitrag zur Kulturvermittlung ermöglicht», führt Peter Jezler weiter aus. Die Produktions- und Montagekosten des Modells sowie die inhaltliche Onlinevermittlung sollen gemäss dem Museumsverein zu Lasten des gegründeten Projektfonds gehen. Für die erste Etappe des Projekts, das Schaffhauser Stadtmodell, ist die nötige Finanzierung bereits vorhanden. Für die weitere Finanzierung würde sich der Museumsverein im Fundraising kümmern, führt der Schaffhauser Kunsthistoriker aus. Frage nach dem Standort Die nötigen Bewilligungsverfahren und der künftige Unterhalt des Modells, wie beispielsweise die Reinigung, würden zu Lasten der Stadt anfallen. Der Museumsverein hat für das Projekt an den Schaffhauser Stadtrat bereits einen Antrag gestellt. Die Verträge mit den Standortgemeinden sind jedoch noch nicht abgeschlossen. «Einerseits erwarten wir, dass die Standortgemeinden uns die Garantie geben, dass das Modell für 10 oder 15 Jahre bestehen bleibt. In dieser Zeit soll der Museumsverein den Onlinezugang gewähren», erklärt Peter Jezler. «Für die Gemeinden bedeutet es nur einen kleinen Aufwand und es wäre ein Bürgerengagement.» Der Museumsverein ist zudem noch in Verhandlungen in Bezug auf die Frage des Standorts. Das Modell sollte nach Meinung des Museumsvereins im Freien und an einer günstigen Passantenlage liegen wie beispielsweise in der Nähe des Treffpunkts für Stadtführungen inmitten der Schaffhauser Altstadt. Der Künstler Felix Broerken besuchte im Juni die Stadt Schaffhausen. BIld: zVg. Haus zu Schneiderstube 14. Jh. Adlige Trinkstube 1392 Rathaus 1414 Schneiderzunft 1852 Verkauf an Privat Das Haus wurde als adlige Trinkstube errichtet. Spätestens seit 1392 diente es als Rathaus. 1402 hielt man hier die Hexe von Beringen gefangen. Nachdem der Rat das heutige Rathaus bezogen hatte, wurde das Haus 1414 den Schneidern als Zunftlokal veräussert. Im ersten Obergeschoss befindet sich eine der ältesten, am Ort erhaltenen Stuben der Schweiz. Das Holz wurde 1342/43 geschlagen. Ein prachtvoll stuckierter Festsaal liegt im zweiten Obergeschoss (wohl von Johann-Ulrich Schnetzler). Der Museumsverein So könnte ein Eintrag auf der Webseite aussehen. Infos online zugänglich Da Modelle stumme Objekte sind und das Publikum auf Orientierung angewiesen ist, gehört zum Projekt «Schaffhausen Heritage» die Realisierung eines Online-Informationssystems, das mit den Modellen verknüpft werden soll. Mittels QR-Code würden die interessierten Personen einen einfachen Zugang zur Webseite erhalten. Dort werden verschiedene historische Grundinformationen über das Stadtmodell und die darauf erkennbaren Örtlichkeiten und Gebäude zu finden sein. Das Infosystem wird in sieben Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Chinesisch und Japanisch) abrufbar sein. In einem ersten Schritt werden Basisinformationen wie die Beschreibungen von Gebäuden veröffentlicht, erklärt Peter Jezler. «Wir bauen später auf dem auf, was schon vorhanden ist.» Die Webseite wird so erstellt, dass eine beliebige Vertiefung jederzeit möglich ist. Sie könnte künftig auch als Kulturgüter-Inventar von DE Schaffhausen dienen. Alte handwerkliche Kunst Mit dem Künstler Felix Broerken, der mit seinem Vater auf den Bau von Bronze-Modellen spezialisiert ist, wurde bereits ein Werkvertrag abgeschlossen. Die Stadtmodelle entstehen im Wachsausschmelz-Verfahren, einer alten handwerklichen Kunst, die Detailtreue und Unverwüstlichkeit der bronzenen Reliefs garantiert. Der Vater von Felix Broerken, der Bildhauer Egbert Broerken lebt und arbeitet in einem kleinen Renaissance-Wasserschloss in der Nähe von Soest im Deutschen Westfalen. Der Bildhauer begann vor 20 Jahren mit der Anfertigung von bronzenen Modellen. Sein Sohn Felix entschied sich nach dem Studium in Münster in dessen Fussstapfen zu treten. Über einhundert Stadtskulpturen sind inzwischen im Atelier der beiden Künstler entstanden. in Kürze Visualisierung: zVg. Der Museumsverein Schaffhausen wurde im Jahr 1926 gegründet, um den Aufbau und die Eröffnung des Museums zu Allerheiligen ideell und materiell zu unterstützen. Von Anfang an betrachtete sich der Museumsverein als kantonaler Verein, der sich auch für die Museen der Region einsetzt. Der Verein ist Mitglied der Vortragsgemeinschaft Schaffhausen und der Stiftung Gipsmuseum Schleitheim. Er arbeitet partnerschaftlich mit den vier museumsnahen Fachvereinen – Kunstverein, Historischer Verein, Naturforschende Gesellschaft, Pro Iuliomago – sowie verschiedenen Stiftungen zusammen. Ursprünglich als reiner Unterstützungsverein gegründet, bietet der Verein seinen Mitgliedern zahlreiche Vorteile und die Möglichkeit, Personen mit gleichen Interessen kennenzulernen und zu treffen. FR IT EN ES 中 ⽂ ⽇ 本 語

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