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Bock E-Paper 2022 KW12

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16 finanzen und Vorsorge

16 finanzen und Vorsorge Bock | Dienstag, 22. März 2022 Steuererklärung 2021 und Corona Zu Beginn der Corona-Krise, respektive beim Eintritt der Homeofficetage, kam sicherlich dem einen oder anderen die Frage: Wie deklariere ich die Berufsauslagen in der Steuererklärung? FINANZEN SCHAFFHAUSEN Priska Farci, P & R Buchhaltungs GmbH Im Jahr 2020 wurden dieselben Abzüge gewährt wie vor Corona. Für 2021 hiess es: Die Arbeitgeber müssten die Homeofficetage auf dem Lohnausweis aufführen, so dass die Steuerpflichtigen die korrekten Abzüge deklarieren können. Da dies zu Mehraufwand und Unsicherheiten geführt hatte, hat sich die ESTV für eine Vereinfachung entschieden. Alles bleibt so wie vor Corona. Die Berufsauslagen können in Abzug gebracht werden, als wäre Corona nie gewesen. Vereinfachte Handhabung seit 1. Januar Die Auswirkungen von FABI waren bis Ende 2021 für Mitarbeiter mit einem langen Arbeitsweg und einem Geschäftsauto schlecht. Die Stimmbevölkerung hatte zugestimmt, dass die Abzüge für den Arbeitsweg beschränkt werden. Für Mitarbeiter mit einem Geschäftsauto wird neu der Privatanteil von 9,6 Prozent auf 10,8 Prozent je Jahr erhöht. Dafür entfällt die Aufrechnung der gefahrenen Kilometer in der privaten Steuererklärung. Mit dem neuen Privatanteil wird der unentgeltliche Arbeitsweg abgegolten. Dies hat jedoch Auswirkungen auf das Einkommen und die Sozialabgaben. Selbstverständlich können die effektiven Kosten auch weiterhin abgerechnet werden. Es empfiehlt sich jedoch ein Fahrtenbuch zu führen. Steuerhinterziehung selbst anzeigen Keine Angst vor einer einmaligen Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung: Seit 2010 wird auf eine Bestrafung seitens der Steuerverwaltung verzichtet, wenn sich ein Steuerpflichtiger oder eine Steuerpflichtige zum ersten Mal wegen Steuerhinterziehung selbst anzeigt. Trotzdem haben viele Steuerpflichtige Angst wegen allfälliger Folgen. Wichtig ist: Die Selbstanzeige muss bei der Steuerverwaltung eingehen, bevor diese die Steuerhinterziehung selbst bemerkt. Legen Sie in diesem Fall alle Karten offen auf den Tisch und belegen wenn möglich die nicht deklarierten Einkommens- und Vermögenswerte. Es werden keine Strafsteuern oder Bussen erhoben. Auch eine allfällige Bestrafung wegen Steuerbetrugs oder Urkundenfälschung ist nicht zu befürchten. Falls Drittpersonen von der Steuerhinterziehung wussten, ist abzuklären, ob diese straffrei davonkommen. Gerade Corona hat gezeigt, dass es sich nicht lohnt, Einkommen nicht zu deklarieren. Seit 2010 wird auf eine Bestrafung verzichtet, wenn sich ein Steuerpflichtiger oder eine Steuerpflichtige zum ersten Mal wegen Steuerhinterziehung selbst anzeigt. Bild: zVg. Für Mitarbeitende mit einem Geschäftsauto wird der Privatanteil von 9,6 Prozent auf 10,8 Prozent pro Jahr erhöht. Grafik: zVg. Sorgen Sie vor – für alle Fälle! Gewissenhafte Unternehmer haben die Vorsorge stets im Auge. Doch oftmals wird die Ehefrau oder Partnerin des Unternehmers schlicht und einfach vergessen. Notwendig ist nicht nur ein marktgerechter Lohn für die Altersvorsorge und ein entsprechender Versicherungsschutz, sondern auch die Vorsorge für unerwartete Ereignisse muss gegeben sein. FINANZEN SCHAFFHAUSEN Frauke Kleinedler, OBT AG In vielen KMU arbeitet die Ehefrau oder Partnerin des Unternehmers mit. In der Regel werden von ihr ganz verschiedene Arbeiten erledigt, auf eine Entlöhnung wird jedoch häufig verzichtet. Damit werden die zwei folgenden Punkte unterschätzt: 1. Der Lohn zeigt den Wert der geleisteten Arbeit in Zahlen und ist eine Wertschätzung. 2. Um sich für das Alter mittels beruflicher Vorsorge (BVG) und Einzahlungen in die Säule 3a sowie gegen Unfall und Invalidität zu versichern, benötigt es ein Erwerbseinkommen. Steuerberatung erfrischend anders: goetz-rufer.ch Deckung von Ausfällen Fällt die Ehefrau oder Partnerin ohne einen entsprechenden Versicherungsschutz krankheitsbedingt aus, zieht dies finanzielle Konsequenzen mit sich. Wer erledigt stellvertretend die Arbeiten? Wer betreut zugleich die Kinder? Eine Krankentaggeldversicherung hilft hier weiter. Basis für die Berechnung der Leistung ist das AHV-pflichtige Einkommen. Unerwartete Ereignisse Die Corona-Situation zeigt, dass eine vorausschauende Planung essenziell ist: Was passiert, wenn der Unternehmer für längere Zeit ausfällt? Ist die mitarbeitende Ehefrau oder Partnerin handlungsfähig, um die Geschäfte weiterzuführen? Hier sind der Eintrag ins Handelsregister und parallel dazu eine Bankvollmacht zu empfehlen. Um die Fortführung im Todesfall zu sichern, benötigt es einen Ehevertrag. Die Erbteilung wiederum kann mit einem Erbvertrag gelöst werden. Des Weiteren ist es sinnvoll, für den Fall der Urteilsunfähigkeit einen Vorsorgeauftrag zu erstellen. Auch Ehemänner oder Partner müssen vorsorglich abgedeckt sein, sollte sie das KMU leiten und er im Unternehmen mitarbeiten. Hier sieht das Gesetz keine Unterscheidung vor. Professionelle Beratung Lassen Sie sich professionell und unverbindlich von unseren Spezialisten beraten, damit Sie immer den Überblick behalten und die Vorsorge keine Sorge mehr ist! Gezielt anlegen clientis.ch/anlegen Anlagekompetenz? Vorbildlich. _BSB_INP_Anlegen_112x90_20220317.indd 1 17.03.2022 09:52:21 Treuhand | Steuer- und Rechtsberatung Wirtschaftsprüfung | Unternehmensberatung Informatik-Gesamtlösungen Steuern spart, wer Steuern plant Die Vielseitigkeit des Steuersystems verlangt von den Fachleuten vertiefte Kenntnisse. Wir unterstützen Sie dabei, steuerrechtliche Risiken frühzeitig zu erkennen, Chancen zu nutzen und die Steuerbelastung zu minimieren. OBT AG Rheinweg 9 8200 Schaffhausen T +41 52 632 01 50 www.obt.ch

Bock | Dienstag, 22. März 2022 17 kuLtur Neophyten bekämpfen Natur-Serie Teil 1: In Zusammenarbeit mit dem WWF Schaffhausen, Pro Natura Schaffhausen, dem Regionalen Naturpark Schaffhausen und Turdus widmet sich die diesjährige Natur-Serie im «Bock» den invasiven Neophyten und wie diese zu bekämpfen sind. NATUR KANTON SCHAFFHAUSEN Nathalie Homberger Invasive Neophyten – was bedeuten sie für Mensch und Natur? Dieser Frage widmet sich die diesjährige Naturserie des «Bocks» in Zusammenarbeit mit dem WWF Schaffhausen, Pro Natura Schaffhausen, dem Regionalen Naturpark Schaffhausen sowie Turdus. Ziel ist, in den monatlich erscheinenden Artikeln einzelne invasive Neophyten, die in Schaffhausen verbreitet sind, näher zu beleuchten. Zudem soll aufgezeigt werden, wie diese richtig entfernt sowie entsorgt werden und welche einheimischen Pflanzenarten als Alternative gepflanzt werden können. Einheimische Arten verdrängt Was sind denn Neophyten? «Neophyt heisst nur, dass die Pflanze aus dem Ausland stammt und bei uns eingeschleppt worden ist», erklärt Sarah Bänziger, Projektleiterin Natur und Landschaft beim Regionalen Naturpark Schaffhausen. Es gäbe viele nicht einheimische Nutzpflanzen, die heute für unsere Gesellschaft von enormer Wichtigkeit sind und als Nahrungsgrundlage dienen, wie beispielsweise Kartoffeln, Zwiebeln, Mais, Weizen oder Tomaten. Problematisch seien also nur jene Pflanzen, welche in ihrem neuen Lebensraum keine oder nur wenige natürlichen Feinde haben und sich sehr stark oder raffiniert vermehren können – sogenannte invasive Neophyten. In den vergangenen Jahren breiteten sich diese im Kanton Schaffhausen stark aus (der «Bock» berichtete am 13. Juli 2021). «Einige invasive Neophyten haben die Fähigkeit, sich über kleinste Wurzelstücke von wenigen Zentimetern zu vermehren, oder bilden über 10 000 Samen pro Pflanze. Wenn diese Pflanzen dann keine natürlichen Feinde in ihrem neuen Lebensraum haben, breiten sie sich stark aus und verdrängen die einheimischen Arten oder verändern den Nährstoffgehalt im Boden», führt Sarah Bänziger weiter aus. Tipps für Laien Im Kanton Schaffhausen sind das Einjährige Berufkraut sowie die Kanadische Goldrute am meisten verbreitet. Weiter gehören der Sommerflieder, der Kirschlorbeer, der Essigbaum oder das Geissblatt zu den invasiven Neophyten. Es gibt eine Schwarze Liste, in der alle Arten von invasiven Neophyten vermerkt sind, welche bekämpft werden müssen (diese ist unter infoflora.ch/de/ neophyten zu finden). «Die Schwarze Liste zeigt an, in welchen Regionen die invasiven Neophyten mit besonders hohem Ausbreitungspotential vorkommen», meint Sarah Bänziger. Wenn invasive Neophyten im eigenen Garten auftauchen, sollten diese dringend entfernt werden, rät die Expertin. Folgendes sei für Laien zu beachten: • Keine invasiven Neophyten neu anpflanzen. • Vorhandene Problempflanzen wenn immer möglich entfernen. Es kann mehrere Jahre dauern, bis ein Bestand definitiv beseitigt ist. • Ausbreitung von invasiven Arten über den eigenen Garten hinaus vermeiden: • Problempflanzen nicht absamen lassen. Blütenstände vor der Samenreife abschneiden. Im Kanton Schaffhausen sind die Kanadische Goldrute (Bild) und das Einjährige Berufkraut am meisten verbreitet. • Kein Pflanzenmaterial aus dem Garten in der freien Natur deponieren. • Wurzeln und Samenstände von invasiven Neophyten im Schwarzkehricht entsorgen, nicht kompostieren. Für Laien und Profis gibt es zudem die Möglichkeit, die App «InvasivApp» herunterzuladen. Diese dient unter anderem zur Erfassung von Neophyten, deren Bekämpfung und dessen Erfolgskontrolle. Sie unterstützt alle Interessengruppen bei ihren Bemühungen, eine weitere Ausbreitung der invasiven gebietsfremden Pflanzen zu verhindern. Eine weitere Möglichkeit für Gartenbesitzerinnen und -besitzer ist, sich von den Trägerorganisationen (Pro Natura Schaffhausen, Turdus, WWF und dem Regionalen Naturpark Schaffhausen) der Initiative «Natur vor der Haustür» beraten zu lassen. Unter anderem veranstalten diese jährlich mehrere Aufwertungseinsätze mit Freiwilligen, um Lebensräume aufzuwerten oder Neophyten zu bekämpfen. Dabei erhalten die Teilnehmenden wichtige Inputs und können selbst mehr über die Problematik lernen. Massnahmen vor Blütezeit umsetzen Der Regionale Naturpark Schaffhausen hat in seinem Perimeter bisher in 12 Gemeinden invasive Neophyten bekämpft. «Die Flächen mit invasiven Neophyten werden über mehrere Jahre betreut. Während dieser Zeit werden invasive Neophyten ausgerissen, ausgegraben, gemäht oder auch gefällt», sagt Sarah Bänziger. «Wir bekämpfen die invasiven Neophyten nur mechanisch und möchten keine Chemie verwenden.» Zudem achte der Regionale Naturpark darauf, die Massnahmen vor der Blütezeit umzusetzen, und zwar in Gebieten, welche besonders wertvoll sind, wie beispielsweise Orte, welche besonders gefährdete oder seltene Arten beheimaten. Dabei bekämpfen sie unter anderem die Kanadische Goldrute, das Drüsige Springkraut, den Japanknöterich, den Kirschlorbeer und den Riesenbärenklau sowie das Einjährige Berufkraut. Bild: manni66 / pixelio.de Auf die Frage hin, welche invasive Neophyten dem Naturpark besonders Sorge bereiten, erklärt Sarah Bänziger, dass die Bekämpfung des Japanknöterich beispielsweise eine grosse Herausforderung sei – dieser kann sich bereits mit nur kleinen Wurzelstücken vermehren. Auch stellt sich die Bekämpfung des Riesen-Bärenklau als schwierig heraus, da dieser bei Berührung schmerzhafte Hautausschläge verursachen kann. «Aber alle invasiven Neophyten bereiten uns Sorge, weil sie sich rasch ausbreiten», stellt Sarah Bänziger klar. Gerade deshalb sei eine Bekämpfung von grosser Wichtigkeit – auch in privaten Gärten. Der Regionale Naturpark und weitere Trägerorganisationen von «Natur vor der Haustür» veranstalten Aufwertungseinsätze zur Bekämpfung von invasiven Neophyten. Bild: zVg. Bock-Vorschau Bo Porter gibt ein Konzert in Stein am Rhein. Bild: zVg. Die Ausstellung in der Vebikus Kunsthalle ist bis am 1. Mai geöffnet. Bild: zVg. Das Kino Schwanen in Stein am Rhein zeigt den Film «Olga». Bild: zVg. Eine Bierdegustation in der Kammgarn besuchen. Symbolbild: Pexels Wandern mit den Senioren Naturfreunde Schaffhausen. Symbolbild: lg. Ein Hauch von Country Von Malerei zu konstruktionen Protagonistin zu gast im schwanen (Wissens)Durst stillen Eine Wanderung in andelfingen Seit über 40 Jahren ist der Texaner Bo Porter in Sachen Country-Musik unterwegs. Im Laufe seiner Karriere hat er mit Grössen wie Mark Chesnutt, Dale Watson, Hal Ketchum und Loretta Lynn zusammengespielt. Am Freitag, 25. März, gibt Bo Porter um 20 Uhr ein Konzert im Bistro Chez Ulrique in Stein am Rhein. Mit seiner einzigartigen Stimme und seinem Musikstil wird der reisende Troubadour das Publikum begeistern. Eine Anmeldung unter 076 343 13 67 wird empfohlen. (shb.) Ob figurative Malerei im Grossformat, Kompositionen und Konstruktionen von Landschafts-Räumen oder Widersprüche einer Konsumgesellschaft in collagierten Abstraktionen: Die Ausstellung in der Vebikus Kunsthalle in Schaffhausen von Rachel Lumsden, Alexandra Häberli und Nadja Solari bietet für Kunstliebhaberinnen und -liebhaber so einiges. Die Vebikus Kunsthalle hat von Donnerstag bis Sonntag geöffnet. Genaue Infos sind unter vebikus.ch erhältlich. (shb.) Am Montag, 28. März, um 20 Uhr wird der Film «Olga» im Kino Schwanen in Stein am Rhein gezeigt. Vorgesehen ist vorab ein Gespräch mit der Protagonistin Anastasia Budiashkina, die sich aktuell auf der Flucht aus der Ukraine befindet. Der Erlös der Eintritte und Spenden wird dem Roten Kreuz zugunsten der ukrainischen Kriegsopfer überwiesen. Im Film geht es um eine 15-jährige ukrainische Turnerin, die im Schweizer Exil für die Nationalmannschaft trainiert. (shb.) Haben Sie sich schon gefragt, warum das Kammgarn so eine grosse Bierauswahl serviert? Unter anderem sind zwei Kammgarn-Mitarbeiter zertifizierte Biersommeliers. Zudem sind die Teammitglieder grosse Fans von Bierdegustationen, also machen sie selbst eine. Diese findet am Freitag, 25. März, in der Kammgarn in Schaffhausen statt. Eine Anmeldung unter bierdegu@kammgarn.ch ist erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt.(shb.) Die Senioren Naturfreunde Schaffhausen organisieren schon seit Jahren abwechslungsreiche Wanderungen in der Region und darüber hinaus. Auch diesen Mittwoch, 23. März, lädt der Verein zu einer Wanderung ein: Es geht auf den Weinwanderweg Andelfingen. Treffpunkt ist um 13.10 in der SBB-Schalterhalle in Schaffhausen. Abfahrt ist um 13.21 Uhr. Weitere Informationen sind unter der Nummer 052 625 71 54 erhältlich.(shb.)

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