Aufrufe
vor 1 Woche

Bock E-Paper 2026_KW36

6 Gesellschaft Bock |

6 Gesellschaft Bock | Dienstag, 1. September 2026 damit alle dazugehören Am vergangenen Freitag wurde die Tanne Schaffhausen zur «Inkludierbar». Die Aktion machte auf die Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen aufmerksam und sensibilisierte die Bevölkerung für das Thema Inklusion. Doris Hermann, Präsidentin der Schaffhauser Behindertenkonferenz, klärt auf. INKLUSION SCHAFFHAUSEN Salome Zulauf Sponsored Content Höchster Punkt Gemeinde Stetten MEDIENPARTNERSCHAFT SCHAFFHAUSEN Draussen konnten Besucherinnen und Besucher mit dem Rollstuhl einen kleinen Parcours absolvieren, drinnen zeigten verschiedene Posten, wie sich der Alltag mit einer Seh- oder Hörbeeinträchtigung anfühlen kann. Dazwischen blieb vor allem eines: Zeit für offene Gespräche über Inklusion und die Hürden, mit denen Menschen mit Behinderungen täglich konfrontiert sind. Am vergangenen Freitag wurde das Restaurant Tanne in der Schaffhauser Altstadt zur Inkludierbar. Mit dem Anlass wollte die Schaffhauser Behindertenkonferenz die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren. «Der Gedanke dahinter ist, dass wir einmal im Jahr auf Inklusion aufmerksam machen und Menschen miteinander ins Gespräch bringen», sagt Präsidentin Doris Hermann. Die neue Speisekarte im Restaurant Tanne setzt auf QR-Codes und Piktogramme und soll Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen den Zugang erleichtern. Bild: Salome Zulauf Alltag mit Herausforderungen Hermann ist seit ihrer Geburt gehörlos. Dank eines Hörgeräts kann sie sich auch sprachlich verständigen. Grösstenteils kommuniziert sie jedoch in Gebärdensprache. Trotzdem stösst sie im Alltag immer wieder auf Hindernisse. «Egal ob taub, blind oder im Rollstuhl - alle Menschen haben das Recht, gleich behandelt und als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft wahrgenommen zu werden», sagt sie. Davon sei die Realität jedoch noch entfernt. Menschen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen müssten sich immer wieder mit Hürden auseinandersetzen - sei es bei Behördengängen, im öffentlichen Verkehr oder in alltäglichen Gesprächen. Zwar habe sich in den vergangenen Jahren vieles verbessert, dennoch gebe es noch viel zu tun. «Es beginnt bei den Behörden und hört beim Einsteigen in den Bus noch lange nicht auf», erklärt Hermann. Für sie bedeute das oft, dass sie eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher benötige, weil ihr Gegenüber keine Gebärdensprache beherrsche. Blinde Menschen müssten wiederum häufig zuerst den Buschauffeur fragen, wohin der Bus fährt. «Solche Situationen kosten Zeit und zeigen, dass Barrieren nicht nur baulich entstehen.» Genau deshalb findet die Inkludierbar jedes Jahr statt. Der Anlass soll Berührungsängste abbauen und die Menschen dazu ermutigen, auf Betroffene zuzugehen und Fragen zu stellen. «Ich gebe gerne Auskunft darüber, wie es ist, gehörlos zu sein. Man muss einfach den Mut haben, auf die Menschen zuzugehen», sagt Hermann. Gerade daran scheitere es aber noch häufig. Als Grund nennt sie die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. «Früher wurden Kinder mit einer Beeinträchtigung oft ausgegrenzt oder weggeschickt. Heute werden sie viel stärker integriert, trotzdem gibt es noch eine gewisse Distanz.» Diese Distanz zu verkleinern, sei die Aufgabe der Gesellschaft. Oft seien es bereits kleine Gesten, die einen grossen Unterschied machten. «Wenn wir merken, dass wir selbstverständlich dazugehören und nicht als Randgruppe wahrgenommen werden, dann haben wir viel erreicht. Genau dafür gibt es die Inkludierbar.» Im Restaurant Tanne gibt es ab sofort eine barrierefreie Speisekarte. Sie arbeitet mit QR-Codes, Piktogrammen und weiteren Darstellungen, damit möglichst alle Gäste selbstständig bestellen können. Beim höchsten Punkt der Gemeinde Stetten (602 M.ü.M.) lädt gleich auch noch ein Bänkli die Wanderer zu einer kleinen Verschnaufpause ein. Koordinaten: WGS 84: 47°44‘49“ N 8°39‘58“ E LV 95: 2’692’047 / 1’289’203 Aktuell gesammelte Höhepunkte: 2979 schaffhauser-hoehepunkte.ch Presenting Partner Jubiläum auf dem Wasser An der diesjährigen IVS-Schifffahrt wurde das Thema «Innovations- und Technologiestandort Schaffhausen - Herausforderungen und Chancen» beleuchtet. WIRTSCHAFT SCHAFFHAUSEN Isabelle Hengartner Vergangene Mittwoch fand die traditionelle IVS-Schifffahrt bereits zum 20. Mal statt. Der beliebte Anlass der Industrie- und Wirtschaftsvereinigung Schaffhausen (IVS) hat sich über die Jahre als fester Fixpunkt für den regionalen Austausch von Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung etabliert. Die drei Referenten gingen der Frage nach, wie sich Schaffhausen vom Industriekanton zum Innovations- und Technologiestandort entwickelt und welche Chancen und Herausforderungen dies mit sich bringt. Innovation als Schlüssel Raphaël Tschanz, Geschäftsführer der Zürcher Handelskammer, zeigte mit dem Referat «Gemeinsam stärker: Wirtschaftsraum Schaffhausen - Zürich» auf, was es brauche, damit die Region auch künftig innovativ und international wettbewerbsfähig bleibe. Schaffhausen verfüge über eine grosse industrielle Stärke. Tschanz betonte, dass die Anzeige Unternehmen allerdings laufend innovieren und neue Produkte, Geschäftsmodelle und Verfahren entwickeln müssten. «Dafür braucht es auch Partnerschaften über die Kantonsgrenzen hinweg», meinte Tschanz. Kompetenzen stärken - Angebote nutzen Der Kanton Schaffhausen habe in den vergangenen Jahren wichtige Voraussetzungen geschaffen und fördere gezielt Kompetenzzentren und Fachwissen, laut Tschanz. Entscheidend sei gemäss Tschanz letztlich aber die Initiative der Unternehmen. Sie müssten die vorhandenen Angebote nutzen und aus Ideen konkrete Innovationen entwickeln. Als aktuelle Herausforderung für den Wirtschaftsraum Zürich/Schaffhausen nannte Tschanz den strukturellen Rückgang bei den ausgestellten Ursprungszeugnissen (Zollpapiere) von rund 20 Prozent im laufenden Jahr. Die geopolitischen Konflikte im Nahen Osten, die Zollthematik und die Unsicherheit bei den Lieferketten setzen insbesondere produzierende Unternehmen unter Druck. «Schlussendlich können die Unternehmen mit guten Rahmenbedingungen unterstützt Innovation wird hochgeschrieben (v.l.): Martin Vogel, Christoph Schärrer, Claus Martini, Raphaël Tschanz und Markus Bühler. Bild: ih. werden, welche ihnen ermöglichen, produktiver zu sein, innovieren zu können, um international wettbewerbsfähig zu bleiben», betonte Tschanz. Dazu gehörten weniger Bürokratie sowie attraktive steuerliche Rahmenbedingungen. Wo steht Schaffhausen in der Zukunft? Christoph Schärrer, Delegierter für Wirtschaftsförderung im Kanton Schaffhausen, referierte zum Thema «Schaffhausen - wo Unternehmen wachsen und Macher zu Hause sind». Er ist überzeugt, dass Schaffhausen heute ein attraktiver Wirtschaftsstandort ist. Gleichzeitig stellte Schärrer die entscheidende Frage: «Gilt das auch noch in fünf Jahren?» Ein Blick zurück zeigt, dass Schaffhausen bereits schwierige Zeiten gemeistert hat. In den 1990er-Jahren gelang es, die Strukturkrise mit gezielten Weichenstellungen zu überwinden. Scherrer meinte, solche Weichenstellungen seien aktuell ähnlich. Als kleiner Standort müsse man sich deshalb fragen, wo die eigenen Handlungsebenen und -möglichkeiten liegen. Der ganze Artikel zum 20-Jahre-Jubiläum ist unter schaffhausen24.ch zu lesen. Die Schaffhauser Sektion des Automobil Clubs der Schweiz hat vergangene Woche das zweite Volkspostulat mit dem Titel «Kurzzeitparkplätze für unsere Lädeli» in Schaffhausen eingereicht. Bild: Valeria Cesato ACS lanciert zweites Volkspostulat Seit dem 1. Januar ist das Volkspostulat in Schaffhausen möglich. Nun wurde bereits zum zweiten Mal von diesem neuen Instrument der politischen Mitwirkung Gebrauch gemacht. Robin Dossenbach, Präsident der ACS Sektion Schaffhausen, und Michael Mundt, Vizepräsident des Schaffhauser Kantonsrats, überreichten das zweite Volkspostulat im Stadthaus. Mehr Kurzzeitparkplätze im Zentrum Mit dem Volkspostulat wird der Stadtrat beauftragt, zu prüfen, wie im Stadtzentrum zusätzliche Kurzzeitparkplätze für Autos und Lieferwagen geschaffen werden können. Dabei sollen bestehende Parkplätze nicht abgebaut werden. Der Vorstoss greift damit die seit Jahren geführte Diskussion über die Parkplatzsituation in der Schaffhauser Altstadt auf. Der ACS argumentiert, dass das lokale Gewerbe darauf angewiesen ist, dass Kundinnen und Kunden ihre Einkäufe bequem und möglichst in unmittelbarer Nähe der Geschäfte erledigen können. Parkhäuser am Stadtrand seien für kurze Besorgungen oder das Abholen von Waren aus Sicht des ACS weniger geeignet. «Das Thema ist für unsere Mitglieder, aber auch für viele Menschen in der Stadt, ein grosses Anliegen. Deshalb nutzen wir auch dieses neue Instrument, wenn es uns schon zur Verfügung steht», sagt Mundt. Wie geht es weiter? Zunächst wird geprüft, ob die 188 Unterschriften von stimmberechtigten Personen aus der Stadt Schaffhausen stammen und somit gültig sind. Anschliessend durchläuft das Volkspostulat ein Verfahren, das dem eines gewöhnlichen Postulats entspricht, bevor es dem Grossen Stadtrat zur Behandlung vorgelegt wird.

Bock | Dienstag, 1. September 2026 7 Eine Welt ohne Medien? sh medien Medien informieren vom Unfall bis zur Staats-Affäre und begleiten durch den Alltag. Genau deshalb werden sie oft als selbstverständlich angesehen. Dabei ist die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten matchentscheidend. Eine Serie in vier Akten. Der Sendeplan von Radio Schaffhuuse MEDIEN SCHAFFHAUSEN Sandro Zoller Wir schreiben das Jahr des Herrn 1605. Der deutsche Drucker, Buchbinder sowie Verleger, Johann Carolus, publiziert Mitte September in Strassburg das weltweit erste regelmässig erscheinende Nachrichtenblatt. Der Inhalt der Zeitung «Relation aller Fuernemmen und gedenckwuerdigen» bestand aus Nachrichten, welche Korrespondenten, aus wichtigen Poststationen des Landes, ihm zur Verfügung stellten. Vier Jahre später erschien die zweite periodisch publizierte Zeitung - ebenfalls wöchentlich. Die erste Ausgabe von «Aviso Relation» wurde am 15. Januar publiziert. Informationen für Artikel kamen nicht nur aus Deutschland, sondern etwa auch aus Rom, Antwerpen und Wien. Wir machen einen Sprung ins Jahr 1650 und nach Leipzig. Mit dem Blatt «Einkommenden Zeitungen» entstand die allererste Tageszeitung. Die tägliche Publikation blieb auf dem Markt eine Randerscheinung. In der Alten Eidgenossenschaft gab es 1597 mit der «Rorschacher Monatsschrift», bereits eine monatlich erscheinende Zeitung. Als klassische Zeitung kann aber erst die 1730 gegründete «Donnstagsnachrichten» betitelt werden. Sie war das Fundament des heutigen Amtsblatts «Tagblatt der Stadt Zürich». Die NZZ erblickte 1780 das Licht der Welt und ist die älteste noch bestehende überregionale Tageszeitung der Schweiz. Hingegen ist die deutsche «Hildesheimer Allgemeine Zeitung» (HAZ) die weltweit älteste durchgehend gedruckte Tageszeitung. Bis 2023 hatte diesen Titel die «Wiener Zeitung» inne. Medien nehmen seit jeher eine wichtige Funktion im Alltag der Menschen ein. Einst waren sie ein Privileg der Wohlhabenden während sie heute selbstverständlich scheinen. Bild: Sandro Zoller/KI Vom Buchdruck zur KI Im 17. Jahrhundert unterlagen Zeitungen einer strengen Zensur, ausgeübt durch den jeweiligen Herrscher. Im darauffolgenden Jahrhundert trat durch die Aufklärung das freie Gedankengut in den Vordergrund. In dem einen oder anderen Blatt erschienen die ersten Werbeanzeigen. Die Erfindung der Schnellpresse 1811 sowie der Rotationsdruckmaschine im Jahr 1843 ermöglichten plötzlich den Druck von tausenden von Exemplaren. Dank Eisenbahnen und Telegrafen erreichten Nachrichten Menschen in der ganzen Welt. Werbung wurde zur Haupteinnahmequelle eines Mediums. Zuerst das Radio, dann der TV des 20. Jahrhunderts machten Konkurrenz im Bereich der Eilmeldungen und verlagerten den Schwerpunkt von Zeitungen auf lokale Nachrichten, Analysen und Reportagen. Mit dem 21. Jahrhundert kam der vermutlich grösste Wandel nach der Erfindung des Buchdrucks: das Internet und neuerdings auch die KI. Neue Chancen für digitale Medien, aber auch ein Kampf für alteingesessene physische Zeitungen. Wahrnehmung hat sich gewandelt Früher waren Informationen schwer zu bekommen. Eine Zeitung war lange Zeit die einzige Quelle für Nachrichten. Aus Kostengründen, aber auch mangels der Fähigkeit, lesen zu können, galt sie für viele als Privileg und Statussymbol. Familien gingen ins Kaffee, wo Zeitungen auflagen, oder kauften eine Ausgabe gemeinsam mit Nachbarn. In Fabriken und Werkstätten wurde zusammengelegt und ein Vorleser zur Unterhaltung und Informierung angeheuert. Damals hatte die Zeitung wortwörtlich «Gewicht». Heute führt die Reizüberflutung dazu, dass die Bindung zu einzelnen Medien gesunken ist. Das Angebot, auch an kostenlosem Content, ist mittlerweile unüberschaubar. Oft haben die Nase vorne, welche auf Entertainment setzen. Aber gerade lokal verbundene Medien sind die Basis für eine funktionierende Demokratie. 00-05 Uhr: Durch die Nacht 05-08 Uhr: Morgenshow 08 Uhr: Sport (Mo, Di, So)/ Morgenshow (Di, Mi, Fr, Sa) 09 Uhr: Politik (Di, Do)/Meinungen und Kolumnen (Mi, Fr) 10 Uhr: Schaffhauser Bauer 11 Uhr: Bock Tipp (Mo, Fr)/ Aus den Vereinen (Di, So) 12-16 Uhr: Mittagsnews 16-17 Uhr: Gemeindenews 17-19 Uhr: Feierabend 19-20 Uhr: Guet-Nacht-Gschichtli 20-00 Uhr: Der Abend (Donnerstag von 20-21 Uhr: Podcast) Zwischen News und Geschichten gibt es auf «Radio Schaffhuuse» Musik aus den aktuellen Charts, Klassiker von gestern und vieles mehr. Das alles und noch viel mehr gibt es auf radio-sh.ch oder im Radio via DAB+. schaffhausen24.ch/radio-sh.ch Anzeigen Anzeigenannahme: Verlag Bock | Telefon: 052 632 30 30 www.schaffhausen24.ch | Mail: info@bockonline.ch Alle sagen Ihre Immobilie sei viel wert. Der Markt auch? Lassen Sie uns darüber sprechen. Bewerten Sie Ihre Immobilie jetzt kostenlos. TREFFPUNKT GESUNDHEIT Reizdarm - wenn der Bauch das Leben bestimmt Leiden Sie häufig an Magen-Darm-Beschwerden, wie Blähungen, Bauchschmerzen oder haben Verdauungsprobleme? Dies könnten erste Anzeichen eines Reizdarmsyndroms sein. Dr. med. Hans Klingel und Dr. med. Stefan Kees beleuchten das Thema aus gastroenterologischer und chirurgischer Sicht und informieren über Ursache, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. Schöffel & Partner Immobilien sensationell hoher goldkurs Bevor Ihr Altgold zu Hause ein trauriges Dasein fristet: Einfach Ihren ungetragenen Schmuck bei uns vorbeibringen, wo wir Ihnen nach Prüfung ein Angebot gegen Banküberweisung machen. Annahme erfolgt zum Ta geskurs. Donnerstag, 10. September 2026, 19.00 Uhr Meetingpoint, Herrenacker 15, Schaffhausen Eintritt frei, anschliessend Apéro mit Möglichkeit zum Gespräch Übersetzung in Gebärdensprache ALTGOLD KASINOSTRASSE KASINOSTRASSE 3 | CH - 8400 WINTERTHUR Weitere Informationen & Anmeldung: www.spitaeler-sh.ch/reizdarm oder Telefon 052 634 34 34

weitere Ausgaben