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Bock E-Paper KW09_21

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4 Energie & umwelt

4 Energie & umwelt Bock | Dienstag, 2. März 2021 energiegesetz: kantone auf kurs Bis Mitte 2021 wird die Hälfte der Kantone ihre Energiegesetze revidiert haben. Die meisten übrigen Kantone ziehen wohl ebenfalls bis Ende Jahr nach. ENERGIEPOLITIK SCHWEIZ Thomas Ammann* Im Jahr 2014 haben die Energiedirektoren der 26 Kantone die Mustervorschriften der Kantone (MuKEn) verabschiedet. Nach anfänglichem Zögern setzt aktuell Kanton um Kanton diese Mustervorschriften im Energie- oder Baugesetz um. Der Kanton Waadt hatte bereits im Juli 2014 damit begonnen. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt der umstrittenste Teil F zum Heizungsersatz noch nicht in die kantonale Regelung aufgenommen worden. Dieser Teil besagt, dass beim Ersatz einer Heizung neu mindestens zehn Prozent erneuerbare Energie eingesetzt werden muss. In den Jahren 2017 bis 2019 haben die beiden Basel, Obwalden, Luzern und Jura ihre Energiegesetze an die MuKEn angepasst. In Basel-Stadt muss bei einem Heizungsersatz 20 Prozent erneuerbare Energie eingesetzt werden. Luzern hat als erster Kanton die Anrechnung von 20 Prozent Biogas als alternative Lösung in sein Gesetz aufgenommen. In den Kantonen Solothurn und Bern wurden die neuen Energiegesetzgebungen an der Urne abgelehnt. Im vergangenen Jahr haben die Kantone Freiburg, Appenzell Innerrhoden und Thurgau ihre neuen Energiegesetze in Kraft gesetzt. Auf den 1. Januar hin hat zudem der Kanton Graubünden nachgezogen. Das Aargauer Energiegesetz hingegen wurde im September 2020 im Rahmen einer Volksabstimmung verworfen. In den Startlöchern stehen die Kantone St. Gallen und Schaffhausen. Schaffhausen führt das revidierte Baugesetz auf den 1. April ein. Der sechste Nachtrag zum St. Galler Energiegesetz dürfte per 1. Juli in Kraft treten. Im Kanton Glarus musste die Landsgemeinde wegen der Corona-Krise zweimal verschoben werden. Entsprechend ist ein Entscheid zur Energiegesetzrevision noch ausstehend. Unterschiedliche Terminpläne Ein Blick auf die Karte der Schweiz offenbart den Föderalismus deutlich. Die Westschweizer Kantone wurden sehr früh aktiv und werden mit Neuenburg und Genf voraussichtlich noch im laufenden Jahr flächendeckend die MuKEn eingeführt haben. Ebenfalls ein einheitliches Bild zeichnet sich in der Ostschweiz ab. Diese Kantone haben frühzeitig den Kontakt zu verschiedenen Branchenorganisationen und den Betroffenen gesucht und breit abgestützte Lösungen gefunden. Selbst das Thurgauer Energiegesetz, das einen sukzessive ansteigenden Anteil erneuerbarer Energie beim Heizungsersatz vorsieht, wurde oppositions- Laut neuem Energiegesetz muss bei einem Heizungsersatz ein gewisser Prozentsatz an erneuerbarer Energie eingesetzt werden. los durchgewunken. Einen solchen integrativen Prozess dürften auch die Kantone Solothurn, Bern und Aargau in Angriff nehmen müssen. Dennoch scheint es unwahrscheinlich, dass diese drei Kantone das Modul F zum Heizungsersatz vor Anfang 2022 umgesetzt haben werden. Dies wiederum hätte zur Folge, dass die Vorgaben aus dem CO2-Gesetz für diese Kantone bereits früher zum Tragen kämen. Alle übrigen Kantone haben die Vernehmlassung abgeschlossen (AR, SZ, ZG) oder stecken mitten in der politischen Debatte (GE, NE, NW, TI, ZH). Die Kantone Wallis und Uri sind noch nicht ganz so weit. Es ist davon auszugehen, dass diese Kantonsregierungen die Gesetzesanpassungen spätestens auf Anfang 2022 umsetzen wollen. Unterschiedliche Umsetzung Trotz einheitlicher Vorlage fallen die kantonalen Lösungen unterschiedlich aus. Dies zeigt sich insbesondere beim Anteil erneuerbarer Energie beim Heizungsersatz sowie bei den Elektroheizungen. Nicht in allen Kantonen gelten dieselben Fristen und Auflagen beim Verbot von Elektroheizungen. Der Anteil der erneuerbaren Energie beim Heizungsersatz sollte gemäss MuKEn bei 10 Prozent liegen. Die Kantone Basel-Stadt, Freiburg und Schaffhausen haben diesen auf mindestens 20 Prozent angehoben. Im Thurgau erfolgt eine gestaffelte Anhebung auf 15 Prozent im Jahr 2025 und auf 20 Prozent im Jahr 2030. Basel-Landschaft sieht lediglich für die Brauchwassererwärmung einen Anteil erneuerbarer Energie von 50 Prozent vor. Vorgaben zur Wassererwärmung werden in anderen Kantonen mit der Pflicht zum Einsatz eines Wärmepumpenboilers umgesetzt. Weitgehend harmonisiert hingegen sind die Anforderungen an den winterlichen Wärmeschutz, an die Einzelbauteile bei einer Erneuerung sowie den sommerlichen Wärmeschutz. Dennoch bleiben Planer und Eigentümer gefordert. Eine Abklärung zum aktuellen Stand der Energiege-setzgebung bei der jeweiligen kantonalen Energiefachstelle vor Inangriffnahme eines Bauvor-habens ist empfehlenswert. Thomas Ammann ist diplomierter Architekt FH und Res- sortleiter Energie- und Bautechnik beim Hauseigentümer- verband (HEV) Schweiz. Bild: mt. Ihre Energieeinsparung zahlt sich aus MIT ENERGIEKOMPETENZ IN JEDER HINSICHT Kälte Luft Licht Fotovoltaik Wärme Dampf Notstrom Etawatt AG Mühlentalstrasse 86 8200 Schaffhausen Schweiz www.etawatt.ch etawatt@etawatt.ch Telefon: +41 (0)52 635 12 86 Fax: +41 (0)52 635 12 89 Engash.ieren Sie sich mit uns und beantragen Sie kantonale Förderbeiträge für die energetische Aufwertung Ihrer Immobilie: Etawatt AG Für ein gutes Klima – für Sie und die Umwelt. Mühlentalstrasse 86 8200 Schaffhausen Schweiz Mehr Informationen zum laufenden Förderprogramm sowie zur Energieberatung finden www.etawatt.ch etawatt@etawatt.ch Sie unter: energieshparen.ch Telefon: +41 (0)52 635 12 86 Fax: +41 (0)52 635 12 89

Bock | Dienstag, 2. März 2021 «Wir haben viel gemeinsam» Seit rund 26 Jahren moderiert Rainer Maria Salzgeber bei SRF verschiedene Sportsendungen und ist seit zwei Jahren Gastgeber des beliebten «Donnschtig-Jass», der dieses Jahr auf dem Kundelfingerhof gedreht wird. Im «Bock» spricht er über seine Anfänge beim Fernsehen, Rückschläge und seine herzlichen Verbindungen zu Schaffhausen. Gesellschaft Bock-SPLITTER Richard Altorfer 5 UNTERHALTUNG SCHAFFHAUSEN UND ZÜRICH Yves Keller Wer auf seine Erfolge blickt, kann von einer Bilderbuchkarriere als Moderator sprechen. Heute gibt es kaum eine grosse Gala in diesem Land, die er nicht schon einmal moderiert hätte, bei den Spielen der Schweizer Fussballnationalmannschaft ist er im Fernsehen der Gastgeber und mit der Moderation des «Donnschtig-Jass» ist er auch bei den Unterhaltungssendungen ganz oben angelangt. Rainer Maria Salzgeber selbst scheint von diesen Erfolgen nur mässig beeindruckt. Er sagt bescheiden: «Ich bin ein Mensch mit einem speziellen Job, aber nicht ein spezieller Mensch.» Den Platz im Schweizer Moderationsolymp erreichte er mit intensiver Arbeit und einer Prise Frechheit. Als er sich 1994 beim Schweizer Fernsehen für einen Job in der Sportredaktion bewarb, stürmte er so lange, bis er eine Chance für ein Bewerbungsgespräch bekam. «Ich rief da einfach an und gelangte zu einer Frau Hegetschwiler. Als ich ihr sagte, dass ich den Sportchef sprechen wolle, meinte sie, er könne gerade nicht an den Hörer. Darauf sagte ich ihr, dass ich mich wieder melde und rief zehn Minute später schon wieder an. So ging das ewig weiter. Einmal hiess es, er sei in einer Sitzung, einmal bekam ich zu hören, ob ich denn wahnsinnig sei, aber ich gab nicht auf. In eineinhalb Tagen habe ich zwischen 15 und 20 Mal da angerufen. Irgendwann war die Frau Hegetschwiler wohl so genervt, dass sie das dem Sportchef sagte und dieser meinte: ‹Dann soll der halt mal nach Zürich kommen.›» Junge Moderatorinnen und Moderatoren warnt Rainer Maria Salzgeber aber, dass es nur mit einer gewissen Bissigkeit heute nicht mehr reicht, zum Fernsehen zu gelangen: «So einer wie ich würde heute wahrscheinlich nicht einmal die erste Hürde überspringen. Es ist unterdessen enorm wichtig, die richtige schulische Ausbildung zu machen. Ob das die Universität ist oder eine Fachhochschule kommt dann auf den Einzelfall drauf an. Was aber noch wichtiger ist, ist die praktische Erfahrung. Heute ist das Niveau der Bewerbungen extrem hoch.» NEUES ZU NAMEN Wie der Regierungsrat Schaffhausen mitteilt, begingen am 1. Februar beziehungsweise am 1. März Cordula Schneckenburger, Berufsbildungszentrum BBZ, Georg Bächtold, Schaffhauser Polizei, Michael Mäder, Dienststelle Mittelschulund Berufsbildung, Martin Rahm, Steuerverwaltung, Beatrice Rebholz, Spitäler Schaffhausen, und Judith Sulzberger, Schaffhauser Polizei, ihre 25-jährige Dienstjubiläen. Die Bürgermeisterin der Gemeinde Büsingen, Vera Schraner, ist von Regierungsrat Patrick Strasser zu einem Arbeitsgespräch im Regierungsgebäude Schaffhausen empfangen worden. Vera Schraner hat ihr Amt letztes Jahr angetreten. Patrick Strasser ist nebst seinem Amt als Vorsteher des Erziehungsdepartements Anzeige Karriere fast an den Nagel gehängt Sportmoderator, das sei nach wie vor ein Traumjob für ihn, schwärmt Rainer Maria Salzgeber im Interview, zückt sein Handy und zeigt seine unzähligen Apps über Fussball und andere Sportarten. Sein Hobby sei sein Beruf und sein Beruf sein Hobby: «Das, was ich als Job mache, liegt ganz nahe bei dem, was ich in meiner Freizeit tun würde. Wenn ich mir meine Freizeit ausmale, dann würde ich am liebsten an eine Fussballweltmeisterschaft gehen, ich würde gute Stadien besuchen, viele Städte kennen lernen und mit interessanten Leuten über die Spiele reden», schmunzelt er. So leicht wie das klingt, war aber auch sein Weg nicht. Bevor er zum Moderator der Spiele der Schweizer Fussballnationalmannschaft wurde, verdiente er bei SRF 20 Jahre seine Sporen ab. Um ein Haar wäre die Karriere sogar frühzeitig zu Ende gegangen. Rainer Maria Salzgeber erinnert sich: «Am liebsten hätte ich Fussballspiele live kommentiert, so wie es heute Sascha Rufer macht. Dafür war ich aber schlicht nicht gut genug und so setzte mich der Chef schon bald als Live-Kommentator ab. Das war für mich die grösste Niederlage. An diesem Punkt überlegte ich mir sogar ernsthaft, den ganzen Bettel hinzuschmeissen und zurück ins Wallis zu gehen. Ich entschied mich dann aber, durchzubeissen. Im Nachhinein war diese riesige Niederlage ein noch viel grösserer Glücksfall, denn dadurch konnte ich mich auf meine eigentliche Stärke konzentrieren, das Moderieren.» Viel Liebe für Schaffhausen Zum nördlichsten Kanton der Schweiz pflegt Rainer Maria Salzgeber herzliche Beziehungen. Schuld daran ist der Organisator der Schaffhauser Sportler- und Künstlergala, Ota Danek. Er schaffte es, dass das SRF-Aushängeschild bereits seit Jahren die Gala moderiert. Die Geschichte, wie es dazu kam, erzählt Rainer Maria Salzgeber heute noch gerne: «Vor vielen Jahren kam Beni Thurnheer an einem Sonntag ins Studio und sah aus, als ob er keine Sekunde geschlafen hätte. Als ich ihn fragte, was denn los sei, erklärte er mir, dass er eine Gala moderierte, bei der die letzten Preise morgens um etwa seit dem 1. Januar für die Aussenbeziehungen des Kantons Schaffhausen verantwortlich. Wie die Gemeinde Dachsen mitteilt, tritt Rebecca Forster per Ende Februar aus der Gemeindeverwaltung aus. Sie hat im April 2020 zunächst stundenweise und ab dem 1. Juni 2020 mit einem Pensum von 70 Prozent auf der Gemeindeverwaltung Rainer Maria Salzgeber ist auch in der Region kein Unbekannter. Als Moderator der Sportlerund Künstlergala von Renate und Ota Danek in Thayngen ist er sehr beliebt. Bild: Marcel Tresch halb vier Uhr verteilt wurden. Da dachte ich mir nur: ‹Was ist denn das für eine trümmlige Veranstaltung?› Sechs Jahre später moderierte ich genau diese Gala selber.» Seine Zusage als Moderator gab er allerdings nur unter der Bedingung, dass die Gala jeweils um 00:30 Uhr beendet ist. Stellt sich trotzdem die Frage, warum einer, der Grossveranstaltungen wie die «Sports Awards», den «Donnschtig-Jass» oder «Art on Ice» moderiert, sich jedes Jahr bereit erklärt durch eine «Provinzgala» im nördlichsten Zipfel des Landes zu führen: «Ganz einfach: Die Gala wird mit so viel Herzblut gemacht und ich mag die Menschen wirklich sehr. Du spürst hier einfach noch die Freude, die die Leute haben.» Überhaupt findet er, dass sich Schaffhauser und Oberwalliser viel ähnlicher seien, als uns auf den ersten Blick Dachsen gearbeitet. Ihr unterlagen diverse Aufgaben, so das Bestattungswesen, die Betreuung der Liegenschaften und Versicherungen und die Gemeindeschreiberin bei Abwesenheiten zu vertreten. Wie die SP Kanton Schaffhausen in einer Mitteilung schreibt, wird Daniel Meyer das Präsidium der Kantonalpartei auf die nächste Generalversammlung abgeben. Er wurde im Frühling 2017 zum Präsidenten der SP Kanton Schaffhausen gewählt und erachtet dieses Jahr als idealen Zeitpunkt für einen Stabwechsel. Wer seine Nachfolge antritt, steht noch nicht fest. «Ich überlegte mir, den ganzen Bettel hinzuschmeissen.» Rainer Maria Salzgeber über einen wichtigen Punkt in seiner Karriere bewusst ist: «Wir leben beide in Grenzregionen. Zu euch kommt niemand, ausser um den Rheinfall anzuschauen oder nach Deutschland zu fahren. Zu uns kommt niemand, ausser um das Matterhorn anzuschauen und nach Italien zu fahren. Wir haben wirklich sehr viel gemeinsam. Einzig wir Oberwalliser haben den besseren Wein.» Zumindest letztem Punkt wollen wir an dieser Stelle mit Vehemenz widersprechen. Und noch einen Fehler hat Rainer Maria Salzgeber. Unseren Kanton kann er nicht richtig aussprechen: «Als der FC Schaffhausen zum ersten Mal in der Nationalliga A spielte, bekam ich viele Rückmeldungen, ich solle endlich mal richtig ‹Schafuuse› sagen. Ich zelebrierte dann mein ‹Schafüüsä› noch mehr und behielt es eisern bei.» Es sei ihm bei einem guten Glas Schaffhauser Wein verziehen. Im Wohn- und Gewerbehaus Schööfferwis wird das gesamte Erdgeschoss durch die Gemeinde Wagenhausen an die Ärzte am Rhein AG vermietet. Die Unterzeichnung des Mietvertragswerks für die nächsten 20 Jahre erfolgte Ende Januar durch Michael H. Lang, Verwaltungsrats-Präsident, Evelyne Sulger Büel, Verwaltungsrätin der Ärzte am Rhein AG, dem Gemeindepräsidenten Roland Tuchschmid und dem Gemeindeschreiber Rolf Amstad. Die Schlüsselübergabe an die Ärzte fand Ende Februar statt. Am 10. März erfolgt die Eröffnung des neuen Standorts in Kaltenbach. An der kommenden ordentlichen Generalversammlung der Georg Fischer AG Schaffhausen stellt sich Zhiqiang Zhang nicht mehr zur Wiederwahl. Zhiqiang Zhang wurde 2005 erstmals in den Verwaltungsrat der Georg Fischer AG gewählt und tritt nun nach 16 Jahren aus dem Gremium zurück. Da sich die übrigen Mitglieder zur Wiederwahl stellen, wird der Verwaltungsrat für die Amtsperiode 2021 und 2022 temporär auf sieben Personen reduziert. (shb.) Kari, abwägend: Menschen, die sich nach Festtagen oder während Corona auf die Waage stellen, nennt man waagemutig. Miasmen. Sie sind vermutlich zu jung, um sie noch erlebt zu haben, aber gehört haben Sie vielleicht davon. An Miasmen glaubte man bis ins 19. Jahrhundert: krankheitsverursachende Materie, die durch faulige Prozesse in Luft und Wasser entsteht. Begründer der Miasmentheorie war Hippokrates. Er postulierte «giftige Ausdünstungen des Bodens, die mit der Luft (vgl. «Mal-aria»!) fortgetragen werden und so zur Weiterverbreitung von Krankheiten beitragen». Warum das interessant ist? Weil die für Hippokrates und Zeitgenossen logische Therapie hiess: Lüften, lüften, lüften. Die Doctores früherer Jahrhunderte hätten die heute noch wirksamste aller Therapien gegen Corona – frische Luft – ganz intuitiv eingeführt, ohne das Geringste über Viren zu wissen. Schon bemerkenswert: bis zur Entwicklung von potenten Impfstoffen hatte auch unsere moderne Medizin nicht viel mehr anzubieten als Frischluft (und Alkohol zum Desinfizieren). Klar sind wir heute wissenschaftlich weiter als vor Jahrhunderten. Aber sooo viel nun auch wieder nicht. Wir erleben gerade das Entstehen einer Zweiklassengesellschaft: die Geimpften und die Ungeimpften. Natürlich werden sie unterschiedliche Rechte haben – beim Reisen, bei Kulturveranstaltungen, in Restaurants. Jedenfalls solange die Corona-Seuche noch mottet. Und da in den kommenden Wochen die Älteren die Geimpften sein werden und die Jüngeren die Ungeimpften werden wieder einmal die Älteren privilegiert sein. Ungerecht? Natürlich ist das ungerecht. Wie so Vieles und Schlimmeres auf der Welt. Doch warten wir’s ab; vielleicht, wenn eine neue üble Virus-Mutation uns heimsucht, die sich einen Deut um Impfungen kümmert, liegt der Vorteil bald wieder bei den Jüngeren. Vielleicht. Je nachdem, wer dann zuerst mit einem neuen, angepassten Impfstoff geschützt wird. Ja, sie verlangt uns viel ab, diese Pandemie. Sogar den Umgang mit Ungerechtigkeiten, für die wir niemandem die Schuld geben können. Unterschiedliche Standpunkte: Wir sehen ein Reh, das die Strasse überquert. Das Reh sieht eine Strasse, die seinen Lebensraum durchquert. Apropos unterschiedliche Standpunkte: Ein russisches Gericht verurteilt Nawalny zu drei Jahren Lagerhaft – aus Gründen, die wir schlecht nachvollziehen können. Die EU ist empört und verhängt Sanktionen (oder tut so). Die USA lassen Julien Assange jahrelang in der ecuadorianischen Botschaft schmoren und drohen ihm, genau wie Edward Snowden, mit lebenslanger Haft. Aus Gründen, die wir schlecht nachvollziehen können (beide waren Whistleblower und machten Kriegsverbrechen und illegale Überwachungen publik). Auch damals: Die EU war empört und verhängte … natürlich nichts. Dafür sind unterschiedliche Standpunkte ja da. Der dumme Spruch am Ende: Es isch scho immer eso gsii. Anzeige IHR TOYOTA & LEXUS SPEZIALIST Beringen-Enge • 052 630 10 10 • engebrunnen.ch

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