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Bock E-Paper KW17

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Bock DARÜBER SPRICHT SCHAFFHAUSEN DIENSTAG, 21. APRIL 2020 – NR. 17 – WWW.BOCKONLINE.CH Interview mit Arend Wilpshaar, Leiter Direktion der Spitäler Schaffhausen «Eine grosse Solidaritätswelle» COVID-19 – Direktionsleiter Arend Wilpshaar erklärt im Interview, wie die Spitäler Schaffhausen mit der Covid- 19-Epidemie umgehen Daniel Thüler Arend Wilpshaar bei einer kürzlichen Covid-19-Pressekonferenz. Bild: Daniel Thüler «Bock»: Herr Wilpshaar, der Bundesrat lockert per 27. April die Massnahmen unter anderem im medizinischen Bereich. Was bedeutet das für die Spitäler Schaffhausen? Arend Wilpshaar: Der Bundesrat hat bekannt gegeben, das Verbot für nicht dringliche ambulante und stationäre Behandlungen und Therapien per 27. April 2020 aufzuheben. Der Führungsstab der Spitäler Schaffhausen (SSH) hat demnach die schrittweise, kontrollierte Rückkehr der SSH in Richtung Normalbetrieb ab dem 27. April festgelegt. Die Umsetzung wird nun konkretisiert. Bis die Details zur Rückkehr in Richtung Normalbetrieb (stationär und ambulant) feststehen, bleiben die erlassenen Massnahmen in Kraft. Dazu gehören beispielsweise das Besuchsverbot, der Umgang mit Schutzausrüstung, Hygienemassnahmen, Social Distancing sowie das Versammlungsverbot. Die SSH halten sich dabei an die geltenden Massnahmen des Bundesamtes für Gesundheit und des Kantons. Die SSH sind nach wie vor bereit für die Aufnahme und die Abklärung von Patienten mit Verdacht auf das neue Coronavirus sowie Patienten mit bestätigter Covid-19-Erkrankung. Was sind die grössten Herausforderungen beim Spitalmanagement? Wilpshaar: Den gesamten Betrieb der SSH auf dringliche Behandlungen sowie auf coronabetroffene Patienten oder solche mit Verdacht auszurichten, war ein riesiger organisatorischer Aufwand. Gleiches gilt auch für die schrittweise Rückkehr zum Normalbetrieb. Da die Entwicklung des Virus nicht klar vorhersehbar ist, müssen Massnahmen massvoll getroffen und laufend überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Wie wurde die Problematik mit den Grenzgängern gelöst, die bei den SSH angestellt sind? Wilpshaar: Mitarbeitende mit Wohnsitz in Deutschland haben eine Anstellungsbestätigung von den SSH sowie eine offizielle «Be- C M Y CM MY CY CMY K Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund! anzeige_55x65_4-farbig_widex_beyond Kopie.pdf Bachstrasse 18 8200 Schaffhausen Telefon 052 672 80 80 kummer-hoerberatung.ch scheinigung für Berufspendler» erhalten, die sie bei Bedarf am Zoll vorweisen können. An den SSH (Kantonspital und Psychiatrische Dienste) arbeiten rund 260 Grenzgänger. Die Mitarbeitenden – Grenzgänger wie auch in der Schweiz wohnhafte Personen – haben durch Grenzschliessungen oder Einschränkungen im öffentlichen Verkehr teilweise längere Arbeitswege als gewohnt. Zudem ist es möglich, dass Mitarbeitende zum Schutz von Personen in ihrem familiären Umfeld, die zu Risikogruppen gehören, für eine gewisse Zeit nicht mehr nach Hause gehen möchten. Die SSH bieten den Mitarbeitenden deshalb Übernachtungsmöglichkeiten in der BBC-Arena in Schaffhausen an. Das Angebot wird genutzt. Haben Sie einen Appell an die Bevölkerung? Wilpshaar: Zentral ist, sich weiterhin an die Massnahmen der Behörden zu halten. Wir bedanken uns bei der Bevölkerung herzlich für die grosse Solidaritätswelle, die uns erreicht. Bei uns treffen viele Geschenke, Mails und Briefe ein. Absender sind Unternehmen und Privatpersonen, die unseren Mitarbeitenden ein grosses Dankeschön für die Arbeit in dieser ausserordentlichen Situation aussprechen oder ihre Hilfe anbieten.

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