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Bock E-Paper KW31_21

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10 Freizeit

10 Freizeit Bock | Dienstag, 3. August 2021 Unsere Lieblingsplätze Es war bis jetzt ein ziemlich verregneter Sommer in unserer Region. An den wenigen sonnigen Tagen zieht es die Schaffhauserinnen und Schaffhauser aber hinaus an ihre bisweilen lauschigen Erholungsorte in der Natur. Wir haben einige von ihnen nach ihren Lieblingsplätzen gefragt. Wenig überraschend liegen viele dieser Orte am Rhein. ORTE DER ERHOLUNG REGION SCHAFFHAUSEN Yves Keller Regen, Regen und ab und zu ein Gewitter. Etwa so haben wir den Sommer 2021 bis jetzt erlebt. Das Wetter lud oft statt zu einem Glacé in der Badi, eher zu einem Tee vor dem Kamin ein. An den wenigen sonnigen Tagen zog es aber viele raus in die Natur. Und die Region Schaffhausen hat gerade im Sommer viel zu bieten. Die malerische Altstadt von Stein am Rhein, die tosenden Wassermassen am Rheinfall, die grünen Rebberge im Klettgau oder der atemberaubende Weitblick von der Kirche Buchberg - an Orten voller Schönheit mangelt es uns nicht und viele von uns haben einen ganz persönlichen Lieblingsort. Um solche Flecken in unserer Region geht es auf dieser Doppelseite. Der «Bock» hat verschiedene Schaffhauserinnen und Schaffhauser gefragt, an welchen speziellen Orten im Kanton Schaffhausen sie ihre Batterien aufladen und vom Alltagsstress abschalten können. Wenig überraschend zieht es viele von ihnen an den Rhein. Der Fluss scheint in der DNA der Schaffhauserinnen und Schaffhauser zu sein. Aber auch der Rhein bietet ganz verschiedene Ansichten. So zieht es manche ans ruhige Ufer, andere an belebtere Plätze des Flusses. Und auch weiter weg vom Wasser bietet der Kanton die Plätze, an denen die Seele entspannen kann. So ist Schaffhausen nicht nur eine Weinregion, sondern auf die Fläche bezogen auch der waldreichste Kanton der Schweiz. Mit etwas Glück hören Wanderer an trockenen Tagen am Waldrand sogar sanfte Alphornklänge. Die Touristikerin auf dem Campingplatz Der Campingplatz in Langwiesen liegt direkt am Rhein und ist auch vom Schaffhauser Lindli aus zu sehen. Zum Campingplatz gehört auch die Badi. Bilder: zVg. Bianca Gähweiler ist die Kommunikationschefin beim Reiseveranstalter «Hotelplan Group». Auch wenn sie gerne verreist, liegt ihr Lieblingsplatz in der Heimat. «Bock»: Frau Gähweiler, wo in der Region Schaffhausen sind Sie am liebsten? Bianca Gähweiler: Auf dem Campingplatz in Langwiesen. Ich kenne diesen Ort seit knapp 36 Jahren – also genau so lange, wie ich alt bin. Mein Gotti und ihr Mann haben den Campingplatz und die dazugehörige Badi über 30 Jahre lang geführt. Zu einem kleinen Stück bin ich also irgendwie auch ein bisschen da aufgewachsen. Was macht diesen Platz denn so schön? Gähweiler: Die Idylle, die ich auf dem Campingplatz vorfinde, ist für mich einzigartig. Auf der riesigen, grünen Wiese mit den alten grossen Bäumen direkt am Rhein kann ich mich nach einem anstrengenden Tag optimal erholen und Energie tanken. Verbringe ich hier alleine oder mit meinen Freunden auch nur wenige Stunden, so fühle ich mich, als wäre ich eine Woche irgendwo weit weg in den Ferien gewesen. Wann gefällt es Ihnen da besonders gut? Gähweiler: Die schönste Zeit an meinem Lieblingsort ist definitiv frühmorgens oder spätabends. Sitze ich dann am Ufer des Rheins, gehe meinen Gedanken nach und beobachte die vorbeischwimmenden Enten und Schwäne, dann fühle ich mich so frei und unbeschwert wie sonst nirgendwo. Seit diesem Frühling habe ich mir zudem einen langersehnten Traum erfüllt: Ich habe einen Saisonstellplatz gemietet. Bianca Gähweiler entspannt sich im Sommer gerne auf dem Campingplatz. Die Alphornkönigin mit dem Weitblick Der Lieblingsplatz von Lisa Stoll liegt direkt an der Deutsch-Schweizerischen Grenze und gibt einen Ausblick auf das «Chläggi» frei. Lisa Stoll ist in der ganzen Schweiz für ihr Talent am Alphorn bekannt. Ihre Übungsstunden hält sie oft an ihrem Lieblingsplatz ab. «Bock»: Frau Stoll, an welchem Flecken können Sie so richtig entspannen? Lisa Stoll: Der Ort liegt ganz in der Nähe von meinem Elternhaus, etwa einen Kilometer von unserem Bauernhof entfernt. Sitze ich auf der Bank, sehe ich auf dem gegenüberliegenden Hügel unseren Bauernhof, weiter hinten die Wilchinger Bergkirche, die lieblichen Rebberge und rundherum Felder. Warum ist Ihnen dieser Ort so wichtig? Stoll: Da ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, war ich schon von klein auf immer gerne in der Natur. Und auch heute geniesse ich es sehr, speziell an diesem Ort. Weiter hinten auf der Wiese hat es rund 20 Bienenvölker. Habe ich Zeit und bin ich in der Gegend, helfe ich dem Imker gerne beim Honig schleudern, beim Königinnen züchten oder beim Füttern vor der Winterpause. Zudem gehört die Wiese zu unserem Bauernhof und im Sommer gehe ich dort jeweils das Heu holen. Ich suche immer wieder schöne Übungsorte. An diesem Platz, direkt am Waldrand, klingt das Alphorn besonders schön. Man bekommt ein richtiges Echo aus dem Wald. Wann gefällt es Ihnen da besonders gut? Stoll: Bei schönem Wetter im Sommer, wenn das Gras gemäht wurde und es nach Heu riecht. Lisa Stoll mit ihrem Alphorn. Der PS-Zähmer am donnernden Rheinfall Ein bekanntes Bild, aber nur die wenigsten haben diese Szenerie wie Martin Bartholdi direkt vor der Haustür. Martin Bartholdi arbeitet für den Verleger Ringier und schreibt als Autojournalist für den «Blick». «Bock»: Herr Bartholdi, wo können Sie richtig runterfahren? Martin Bartholdi: Mein Lieblingsplatz ist ein kleiner Park über dem Rheinfall, direkt unter der Bahnlinie nach Zürich. Da ich bei meiner Wohnung keinen Balkon habe, sehe ich diesen Ort selber gerne als meinen Balkon. Kleiner Wermutstropfen: Ich muss ihn mit vielen teilen. Er ist allerdings nicht so mit Touristen überlaufen wie viele andere Punkte um den Rheinfall, weil keine Wegweiser da hinführen. Warum gefällt es Ihnen hier so gut? Bartholdi: Von hier hat man einen traumhaften Blick auf den Rheinfall und das Schloss Laufen auf der anderen Seite, das praktisch auf gleicher Höhe ist. Ich throne hier wie über dem Rheinfall und werde selber zum Touristen. Nur selten gehe ich vorbei, ohne ein Bild zu machen, egal bei welchem Wetter und zu welcher Jahreszeit. Wer den Blick vom Naturschauspiel löst, sieht hier einen herzigen kleinen Park mit einem Brunnen, aber auch Bänken zum Absitzen und auf der anderen Strassenseite zwei schöne alte Holzhäuser. Was haben Sie hier schon Spezielles erlebt? Bartholdi: Ich hatte hier schon ein Geburtstags-Frühstück mit meinem besten Freund, hab im Lockdown das Homeoffice auf «meinen Balkon» verlagert, aber auch schon an meinen Büchern geschrieben oder einfach nur den Rheinfall bestaunt. Mehrmals in der Woche laufe ich auf einem Spaziergang oder beim Joggen hier vorbei. Martin Bartholdi an seinem Lieblingsort.

Bock | Dienstag, 3. August 2021 11 Freizeit Der Profi-Handballer im Entspannungsmodus Ein Anblick, der jedes Schaffhauser Herz höher schlagen lässt. Das Lindli ist auch für den Profi- Handballer Luka Maros ein Ort, an dem er sich entspannt. Luka Maros ist einer der Stammspieler und Publikumslieblinge der Kadetten Schaffhausen. Er spielt seit 2015 für die Schaffhauser und fühlt sich mit der Region eng verbunden. Für die Schweizer Nationalmannschaft hat er in 53 Einsätzen 119 Tore geschossen. Energie für die Spiele holt er sich am Rhein. «Bock»: Herr Maros, wo erholen Sie sich nach einer intensiven Trainingseinheit oder einem hart umkämpften Spiel? Luka Maros: Am Lindli. Das ist für mich ein spezieller Ort. Nach anstrengenden Trainings hilft mir ein Spaziergang am Lindli neue Energie zu tanken. Welche Erlebnisse verbinden Sie mit diesem Rheinabschnitt? Maros: Das Lindli verbinde ich mit ganz vielen schönen Erinnerungen, wie entspannten Sommernachmittagen mit Freunden, unvergesslich lustigen Lindlifesten und Güterhof-Partys mit meinem Handball-Team, aber vor allem den langen Abendspaziergängen mit meiner Ehefrau. Ich freue mich auch darauf, nächsten Sommer zu dritt die Sonnenuntergänge am Lindli zu geniessen. Wann gefällt es Ihnen hier besonders gut? Maros: Zu allen Jahreszeiten zeigt sich die Natur am Lindli mit seiner wunderschönen Kulisse von seiner besten Seite. Im Sommer bietet dieser Ort immer ein gutes Plätzchen um nachzudenken, ich kann ungestört die Sonne geniessen und mich mit einem Erfrischungsgetränk oder einem Sprung in den Rhein abkühlen. Das ist ein Ort zum Auftanken. Luka Maros tankt am Lindli Energie. Die Schauspielerin im rosa Schwimmreif Der Schwimmreif gehört dazu. Esther Fischer ist im Sommer regelmässig am Badeplatz ihrer Familie am Rhein. Esther Fischer ist Schauspielerin. Sie spielte unter anderem schon in Erfolgsserien wie «Unter uns» oder «GZSZ» mit. «Bock»: Frau Fischer, an welchem Ort fühlen Sie sich besonders wohl? Esther Fischer: Mein Lieblingsplatz liegt am Rhein zwischen Schaffhausen und Gailingen/Diessenhofen und ist für mich der schönste Ort, den es gibt auf dieser Welt. Der Platz ist seit mehreren Jahren im Familienbesitz und gehörte schon meinen Grosseltern, die das Grundstück dann an die Söhne weitergegeben haben. Ich habe hier schon meine Kindheit verbracht und wir verbringen alle zusammen sehr viel Zeit an diesem schönen Platz. Was macht diesen Platz am Rhein für Sie so besonders? Fischer: Es ist hier so ruhig, sehr privat und je nach Licht hat das Wasser eine einzigartige Farbe. Einfach Natur pur. Mehr in der Natur kannst du gar nicht sein. Für mich ist es ein Ort zum Auftanken und jedes Mal wenn ich hier bin, denke ich mir: Wer braucht da noch die Insel! Am liebsten lasse ich mich auf einem rosa Schwimmreifen, den meine Cousine mal besorgt hatte, treiben. Ich kann dann völlig abschalten und die Sonne geniessen. Für mich ist dieser Ort magisch und ich bin enorm dankbar dafür. Wann gefällt es Ihnen da besonders gut? Fischer: Im Sommer ist es am Rhein natürlich besonders schön und die lauen Sommerabende am Feuer sind sehr erholsam. Aber auch der Herbst ist mystisch. Wenn die Blätter die Farbe verändern und die Tage kürzer werden wird dieser Ort herrlich idyllisch und ruhig. Esther Fischer in Sommerstimmung. Der Journalist am Puls der Stadt Das Herz der Stadt Schaffhausen: Der Fronwagplatz. Von Unterschriftensammlerinnen bis zu Glühweintrinkern - hier sind immer Leute unterwegs. Manuel Ramirez ist Produzent und Redaktor bei «SRF 4 News» und arbeitet im Nachrichtenstudio in Bern. Aufgewachsen ist er in Schaffhausen. «Bock»: An welchem Ort in unserer Region verweilen Sie oft? Manuel Ramirez: Mitten in der Stadt auf dem Fronwagplatz. Er ist für mich das Herz Schaffhausens. Hier gibt es immer wieder Konzerte, andere Darbietungen, den Bundeszmorge am 1. August und natürlich die verschiedenen Glühweinstände in der Vorweihnachtszeit, die zum bekannten Treffpunkt nach dem Feierabend geworden sind. Welche Gefühle löst der Platz in Ihnen aus? Ramirez: Mit dem Platz verbinde ich Heimatgefühle. Da ich unter der Woche in Bern arbeite, geniesse ich es umso mehr, an den Wochenenden Zeit in Schaffhausen zu verbringen. Zu meinem Wochenendprogramm gehört, am Samstagmorgen auf den Wochenmarkt zu gehen. Dabei kreuze ich jeweils den Fronwagplatz in der Hoffnung, den einen oder anderen Bekannten zu sehen und mit ihm oder ihr einen Schwatz halten zu können. So halte ich mich über das, was in Schaffhausen passiert, auf dem Laufenden. Der Fronwagplatz zeigt für mich das pulsierende Leben in unserer schönen, kleinen Stadt. Das baldige Ende der Sommerferien hat übrigens zwei Vorteile: Dann ist samstags wieder mehr los auf dem Fronwagplatz und es dauert nicht mehr lange, bis hier wieder Glühwein geschlürft werden kann. Manuel Ramirez auf «seinem» Fronwagplatz. Der Politiker auf den Holzbrettern Die «Rhybadi» in Schaffhausen in der Abenddämmerung. Hier liegen die Gäste beim Entspannen nicht auf einer Wiese, sondern auf Holzlatten. Patrick Portmann ist Vollblutpolitiker. Der SP-Kantonsrat kämpft vor allem in Klima- und Gesundheitsthemen an vorderster Front. 2019 kandidierte er für den Ständerat und erreichte als klarer Aussenseiter ein Achtungsresultat. Seinen Lieblingsort besucht er trotz des schlechten Wetters auch diesen Sommer regelmässig. «Bock»: Herr Portmann, wo erholen Sie sich von hart geführten Politdiskussionen? Patrick Portmann: In der «Rhybadi». Sie ist für mich eine der schönsten Flussbadis der Schweiz. Ich war mit meinem Generalabonnement der «SBB» schon an vielen schönen Orten, aber irgendwie gefällt es mir hier besonders gut. Ich verbinde diesen Ort auch mit vielen Erinnerungen aus meiner Kindheit und Jugendzeit. Was macht die «Rhybadi» für Sie persönlich besonders? Portmann: Neben der Schönheit dieser Location gibt es auch auf kulinarischer Ebene einiges, das es sich auszuprobieren lohnt. Ich finde, das Team der «Rhybadi» gibt sich immer viel Mühe und wertet die Badi mit seinem Engagement in unterschiedlichen Bereichen auf. Geben Sie uns einen Tipp. Wann ist es hier besonders schön? Portmann: Die «Rhybadi» ist in den Abendstunden während der Dämmerung immer sehr eindrücklich. Die Abendstimmung mit Rhein, Altstadt und Munot ist einzigartig und daher sehr empfehlenswert. Nach einem anspruchsvollen Tag kann ich hier abschalten und mich erholen. Patrick Portmann mit Badetuch.

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