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Bock E-Paper KW40_21

8 Gesellschaft

8 Gesellschaft Bock | Dienstag, 5. Oktober 2021 Unzertrennlich RATGEBERKOLUMNE MEIN WILLE GESCHEHE Beat Zoller, Heresta GmbH Das Konkubinatspaar X und Y war unzertrennlich, und zwar derart, dass die Partner offenbar wie selbstverständlich davon ausgingen, der Tod des einen würde in der Gegenwart des anderen eintreten. So gelangte ein handschriftliches gegenseitiges Testament zur Eröffnung: «Wenn wir gemeinsam verunfallen, mit Töff oder Auto, ist der Überlebende von uns Alleinerbe.» Partner X erlitt während einer alleinigen Autofahrt einen Herzinfarkt; ob er daran oder am dadurch verursachten Unfall verstarb, ist Gegenstand von Untersuchungen. Nächste Verwandte sind zwei Neffen, mit welchen der Erblasser seit Jahren keinerlei Kontakt hatte. Diese sind zwar gesetzliche Erben, können jedoch mangels Pflichtteils von der Erbberechtigung ausgeschlossen werden. Dies hat in der korrekten Form zu erfolgen. Ein einziger Satz, handschriftlich abgefasst, datiert und unterzeichnet, hätte genügt: «Ich, X, setze hiermit meine Lebenspartnerin Y als Alleinerbin meines gesamten Nachlasses ein, falls unsere Partnerschaft bei meinem Ableben noch besteht.» Zufolge der effektiv gewählten «Wir»- Form sowie der Unterzeichnung des Textes durch beide Partner handelt es sich inhaltlich um einen Erbvertrag, der Begünstigungswille des einen Partners hängt mutmasslich von jenem des andern ab (Korrespektivität). Allerdings ist die dafür nötige Beurkundungsform nicht eingehalten; im Gegensatz zum deutschen Recht sind solche gemeinschaftlichen Testamente in der Schweiz nicht zulässig, sondern anfechtbar. Auch wenn sich ergeben sollte, dass der Erblasser die Urkunde alleine abgefasst – und seine Partnerin den Text lediglich mitunterzeichnet – hatte, ist eine Umdeutung in ein formgültiges eigenhändiges Testament des X gemäss Praxis kaum erfolgsversprechend (klassisches Juristenfutter). Die Neffen stellen sich auf den Standpunkt, die Bedingung für die Begünstigung der Partnerin Y sei nicht eingetreten, zudem sei der Wille des Erblassers auch formell mangelhaft ausgedrückt. Dies ein Beispiel für eine an sich einfache erbrechtliche Ausgangslage, die nun in vielerlei Punkten zu Streitigkeiten und zu einer behördlichen Erbschaftsverwaltung Anlass gibt. Die Anwälte freuen sich, die Gerichte weniger. Und einmal mehr zeigt sich: Ferne Verwandte treten spätestens dann auf den Plan, wenn es was zu erben gibt. Das Erbrecht ist definitiv keine moralische Angelegenheit. 052 632 10 00, www.heresta.ch BOCK-HEIMAT: Annina Steinemann PORTRÄT DER WOCHE FLURLINGEN Annina Steinemann ist in der Stadt Schaffhausen aufgewachsen und lebt nach wie vor in der Region. Als Sozialberaterin und Teamleiterin in der Abteilung Existenzsicherung bei der Stadt Schaffhausen ist sie auch beruflich eng mit den verschiedensten Menschen aus der Region verbunden. «Bock»: Was schätzen Sie an der Region am meisten? Annina Steinemann: Die angenehme Grösse. Schaffhausen bietet alles, was man braucht, ist aber nicht zu anonym, so dass man viele der Menschen hier kennt. Das grösste in der Region ist für mich aber die Natur und insbesondere der Rhein. Ob mit dem Weidling, an unserem wunderschönen «Rhiiplätzli» oder in der «Rhybadi»: Den Sommer verbringe ich vor allem wegen dem Rhein am liebsten in der Region. Ich könnte mir keinen schöneren Wohnort vorstellen. Was ist Ihre liebste Freizeitbeschäftigung und weshalb? Steinemann: Definitiv Sport! Seit über 10 Jahren bin ich eine leidenschaftliche Läuferin. Nach einem strengen und turbulenten Arbeitstag ist es für mich die beste Medizin, in der Natur Laufen zu gehen. Ein Lauf in der Mittagspause gibt mir neue Energie, aber ebenso die notwendige Erholung. Neben dem Laufen liebe ich das Wandern in den Bergen oder auf dem Randen und regelmässiges Fitnesstraining. Sport ist für mich als Ausgleich zur Arbeit sehr wichtig. Da kann Eine Sporteinheit in der Mittagspause gibt Annina Steinemann neue Energie, aber ebenso die notwendige Erholung und den Ausgleich zum Arbeitstag. Bild: lg. ich abschalten und mich auspowern. Ausserdem koche ich sehr gerne und bin viel mit Freunden und Familie unterwegs. Das Reisen darf natürlich auch nicht zu kurz kommen. Was bedeutet Ihnen Familie? Steinemann: Familie ist für mich das Grösste. Ich verbringe viel Zeit mit meiner Familie. Einmal in der Woche, meistens sonntags, treffen wir uns alle zu einem gemeinsamen Abendessen, meistens bei meinen Eltern in Schaffhausen. Es ist schön zu wissen, dass ich immer auf meine Familie zählen kann und ihre Unterstützung bekomme – egal, welche Pläne ich habe und Entscheidungen ich treffe. Was bedeutet für Sie «das grösste Glück»? Steinemann: Das grösste Glück in meinen Augen ist das, was viele für selbstverständlich halten: Gesundheit. Gesundheit ist die Basis für alles in unserem Leben. Glücklich schätzen kann sich, wer einer erfüllenden Arbeit nachgehen darf, welche es gleichzeitig erlaubt, gut davon leben zu können. Gerade in meinem Beruf habe ich oft mit schwierigen Schicksalen zu tun. Viele Menschen sind nicht mit diesem Glück gesegnet, deshalb ist es enorm wichtig für unsere Gesellschaft, dass wir Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen. Dies ist eine sehr erfüllende Arbeit, vor allem wenn man erlebt, wie das Glück wieder in das Leben der Menschen zurückkehrt. (lg.) sapp and surf Heute schon gesappt? Streame jetzt überall und jederzeit! 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9 Sport Bock Geschichte Er ist das prägendste Gebäude am wichtigsten Platz der Stadt Schaffhausen: Der Fronwagturm. Seite 11 Medaillensegen für Schaffhauser Aktive Die Schwimmerinnen und Schwimmer des SC Schaffhausen konnten beim Einladungswettkampf in Frauenfeld 16 Mal Gold, 18 Mal Silber und 12 Mal Bronze gewinnen. Die Aktiven bewiesen damit einen guten Formstand. SCHWIMMEN FRAUENFELD UND SCHAFFHAUSEN Tina Nodari, Schwimmclub Schaffhausen Drei Schwimmer des Schwimmclubs Schaffhausen kurz vor ihrem Start. Die Leistungssportgruppen des Schwimmclubs Schaffhausen sind am vergangenen Wochenende in die neue Wettkampfsaison gestartet. Traditionell wird dieser Einstieg am Einladungswettkampf in Frauenfeld durchgeführt. So sind 33 Schwimmerinnen und Schwimmer gegen weitere sieben Vereine angetreten und konnten bereits einen guten Formstand aufzeigen. Seit sieben Wochen wird intensiv und teilweise unter neuer Leitung trainiert. Balint Sirko hat im Sommer die Elitegruppe und die Eliteanschlussgruppe übernommen. Der Trainer arbeitet mit ihnen nach modernen Trainingsmethoden. Auch der Headcoach Sebastian Sieburger war mit seinen Schützlingen der A- und B-Gruppe vor Ort. Auf der 25-Meter-Bahn in Frauenfeld starteten rund 90 Schwimmerinnen und Schwimmer aus acht verschiedenen Vereinen der Schweiz. Es wurde in allen vier Lagen – Delfin, Rücken, Brust und Freistil – und über alle Distanzen geschwom- Die Schwimmerinnen und Schwimmer des SC Schaffhausen konnten beim Einladungsturnier in Frauenfeld zum Saisonstart nicht weniger als 46 Medaillen einheimsen. Bilder: zVg. / SCSH men. Für die Medaillenwertung gab es nur eine Kategorie. Die überlegenen Munotstädter machten die Podestplätze zumeist unter sich aus. So gingen 46 der Medaillen an den Schwimmclub Schaffhausen. Medaillen gewinnen konnten: Julia Mattoscio (2 Goldene), Helena Barteld (2 Silberne, 1 Bronzene), Nico Favale (1 Bronzene), Kittikawin Mark Hany (1 Goldene, 1 Silberne, 1 Bronzene), Max Maier (1 Goldene, 1 Silberne, 1 Bronzene), Reto Maier (3 Silberne), Luis Tschigg (1 Goldene, 1 Bronzene), Anna Beck (1 Bronzene), Felicia Eger (4 Goldene), Lorena Frano (2 Bronzene), Ella Nodari (1 Goldene, 3 Silberne), Jara Banka (1 Goldene, 1 Bronzene), Aurel Saladin (1 Goldene, 2 Silberne), Jana Bold (2 Silberne), Aurelia Campanelli (2 Goldene), Leon Eidel (2 Silberne), Erim Ekinci (1 Bronzene), Aline Berie (3 Silberne), Gabriel Dubs (1 Bronzene), Florence Berie (1 Bronzene) und Marlon Gloor (1 Silberne). Die guten Leistungen und vielen neuen Bestzeiten der Aktiven können nun analysiert und weiter an Technik und Ausdauer gefeilt werden. Gold für die Girls und auch gold für die Ladies Nach der Sommerpause stand am vergangenen Samstag im waadtländischen Gland endlich wieder einmal ein gesamtschweizerisches Turnier auf dem Programm. TANZEN GLAND UND SCHAFFHAUSEN Myriam Ott, RRC Angeli Schaffhausen Mit hochmotivierten Tänzerinnen reiste der Rock 'n' Roll Club Angeli ins Welschland. Die Kategorie Small Formation Juniors eröffnete den Wettkampftag im waadtländischen Gland. Die Angeli Girls legten ein energiegeladenes Programm zum Thema Cheerleader aufs Parkett. In der Sommerpause wurde am Programm gefeilt und neue, schwierigere Figuren in die Choreografie eingefügt. Dies machte sich bezahlt, denn die sieben Mädchen zwischen 13 und 14 Jahren erreichten mit einer hohen Punktzahl und dem ersten Zwischenrang die Finalrunde. Im Finale der besten sechs Formationen zeigten die Angeli Girls erneut eine fehlerfreie Vorführung mit viel Ausstrahlung und wurden mit dem goldenen Pokal belohnt. Bei den Juniorenpaaren waren Aline Widmer und Jasha Hartmann am Start. Auch die beiden nutzten die Wettkampfpause im Sommer, um ihre Choreografie nochmals zu erschweren, damit künftig ein Finalplatz möglich ist. Die Vorrunde lief für die beiden jedoch nicht optimal. Ein grober Fehler im Programm liess den Traum einer Finalteilnahme platzen. Damit mussten sie sich wohl oder übel mit dem achten Schlussrang zufriedengeben. Am Abend waren dann die Rock Angels an der Reihe. Die Ladiesformation mit 16 Tänzerinnen zeigte zum ersten Mal ihre Choreografie zum Thema Twilight an einem Turnier mit Zuschauerinnen und Zuschauern. Die Stimmung in der schönen Theaterhalle war super und als nach dem dreiminütigen, fehlerfreien Programm der erste Rang auf der Anzeigetafel angezeigt wurde, gab es für die Tänzerinnen kein Halten mehr. Überglücklich und zufrieden machten sich die Aktiven des RRC Angeli auf die lange Heimreise. Die Rock Angels des RRC Angeli gewannen im waadtländischen Gland Gold. Bild: zVg. Jetzt bei Bütikofer Neftenbach 052 315 35 25 Frauenfeld West 052 728 36 00 bütikofer.ch

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