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Gesund und Vital KW44

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MEDIZIN & RAT

MEDIZIN & RAT Früherkennung ist wichtig Jährlich erkranken in der Schweiz 4300 Frauen und Männer an Darmkrebs – ungefähr 1700 Personen sterben daran. Das muss aber nicht sein. Die Früherkennung kann Leben retten. Deshalb empfiehlt die Krebsliga allen Frauen und Männern ab 50 Jahren, in die Darmkrebsfrüherkennung zu gehen. Text: Krebsliga Schweiz Bild: Krebsliga Schweiz Die Früherkennung von Darmkrebs ist wichtig, da sich die Krebsart häufig erst nach mehreren Jahren bemerkbar macht, wenn der langsam wachsende Tumor schon fortgeschritten ist. Um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen, haben sich zwei Untersuchungsmethoden bewährt: der Blut-im-Stuhl- Test und die Darmspiegelung. DIE UNTERSUCHUNGEN Der Blut-im-Stuhl-Test ist einfach und schnell durchführbar. Er kann bei einer Ärztin oder einem Arzt sowie in vielen Apotheken bezogen werden. Der Test wird selbstständig zu Hause durchgeführt. Er weist selbst nicht sichtbare Spuren von Blut im Stuhl nach, das von Darmkrebs oder Polypen, einer möglichen Vorstufe der Darmerkrankung, ausgehen kann. Die Zuverlässigkeit des Tests ist gut, wenn dieser regelmässig, das heisst alle zwei Jahre, durchgeführt wird. Die Darmspiegelung ist eine äusserst zuverlässige Methode für die Entdeckung von Darmkrebs und dessen Vorstufen. Während der Spiegelung untersucht eine Spezialistin oder ein Spezialist das Innere des Darms mithilfe eines biegsamen Schlauchs und einer kleinen Kamera. Diese überträgt die Bilder des Darms direkt auf einen Monitor. Tumore können auf diese Weise mit einer hohen Wahrscheinlichkeit entdeckt und mögliche Polypen in der gleichen Sitzung entfernt werden. Die Untersuchung dauert etwa eine halbe Stunde. Sie ist in der Regel schmerzarm. FRÜHERKENNUNGSPROGRAMME Die Grundversicherung ist seit 2013 verpflichtet, bei Personen von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre einen Blutim-Stuhl-Test oder alle zehn Jahre eine Darmspiegelung zu bezahlen. Die Franchise und der Selbstbehalt gehen ausserhalb von Früherkennungsprogrammen zulasten der Versicherten. Die Schweiz bewegt sich bei der Darmkrebsfrüherkennung erfreulicherweise in Richtung Chancengleichheit. In den systematischen Früherkennungsprogrammen werden die Frauen und Männer ab 50 Jahren zur Früherkennung eingeladen. Zunehmend mehr Kantone planen ihre Früherkennungsprogramme oder haben diese seit dem vergangenen Jahr bereits umgesetzt. LEBENSSTIL UND ERNÄHRUNG So wichtig die Früherkennung für Menschen ab 50 Jahren ist, so bedeutend ist die Vorbeugung von Darmkrebs. Einen sicheren Schutz gibt es nicht. Aber Darmkrebs gehört zu den Krebsarten, deren Entstehung eng mit der Ernährungs- und Lebensweise verknüpft ist. Eine regelmässige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht sowie der Verzicht auf Alkohol- und Tabakkonsum senkt das Darmkrebsrisiko. Zudem wirkt sich eine ausgewogene Ernährung mit viel Früchten, Gemüse und Vollkornprodukten günstig aus. Die darin enthaltenen Nahrungsfasern senken nachweislich das Erkrankungsrisiko. Im Weiteren ist die Verwendung von pflanzlichen Ölen anstatt tierischen Fetten besser. Am besten nur zwei- bis dreimal pro Woche Fleisch essen, dafür mehr eiweisshaltige Lebensmittel wie Eier, Tofu, Käse und Hülsenfrüchte. Gemüse und Früchte liefern lebenswichtige Vitamine und Nahrungsfasern und sind erst noch fett- und kalorienarm. Mehr Informationen: schaffhausen.krebsliga.ch 30 GESUND & VITAL / HERBST - WINTER 2020

SENIORIN & SENIOR Unterstützung annehmen Pflegende und betreuende Angehörige leisten einen wertvollen Beitrag für ihre Familie sowie das gesamte Gesundheitssystem. Aber sie sind hohen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) bietet zur Unterstützung einen Entlastungsdienst an. Text: Lara Gansser Bilder: Lara Gansser Immer mehr Menschen pflegen ihre Familienmitglieder zu Hause. Nicht selten wünschen sie sich wieder mehr Zeit, um aufzutanken und ihren eigenen Interessen oder Verpflichtungen nachgehen zu können – mit dem Wissen, dass ihre Angehörigen in guten und verantwortungsbewussten Händen sind. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) Kanton Schaffhausen bietet seit 2004 einen Entlastungsdienst. VIELE SIND ÜBERLASTET Die Pflege und Betreuung von Angehörigen wurde lange Zeit als selbstverständlich angesehen, heute ist das Bewusstsein für die Thematik gross und die Angehörigenpflege ist gesellschaftlich anerkannt. Die pflegenden und betreuenden Angehörigen werden gebraucht, aber allzu selten wird aber darüber nachgedacht, wie es ihnen geht und wie sie es schaffen, diese Aufgabe zu bewältigen. Trotz den körperlichen sowie seelischen Überlastungs- symptomen bedeutet es für viele eine grosse Überwindung, Hilfe zu holen. «Unsere Betreuerinnen helfen den Angehörigen dabei, wieder unbesorgt aus dem Haus zu gehen und einfach mal durchschnaufen zu können», sagt Claudia Kraus, Geschäftsleiterin SRK Schaffhausen. Bei neuen Anfragen werden die Bedürfnisse vor Ort gemeinsam mit den Angehörigen abgeklärt. Für das SRK Schaffhausen ist es wichtig, dass die Betroffenen ein Vertrauensverhältnis zu der Betreuungsperson aufbauen können. An eine besonders rührende Situation erinnert sich Monika Lacher, zuständig für die Entlastungsdienste: «Zwischen einer hochbetagten alleinstehenden Kundin, welche von ihrer auswärts lebenden Tochter unterstützt wird, und der Betreuerin des Roten Kreuzes, welche zweimal wöchentlich bei ihr im Einsatz ist, hat sich über mehrere Jahre ein sehr inniges vertrauensvolles Verhältnis entwickelt. Dies ging soweit, dass sie die Betreuerin einer Nachbarin mit den Worten ‹das ist meine Freundin› vorstellte.» FREIWILLIGE FÖRDERN TEILHABE Seit dem Lockdown bietet das SRK zudem einen Besorgungsdienst für Men- schen an, die in Quarantäne sind, nicht raus dürfen oder Angst haben rauszugehen. Freiwillige gehen für die Betroffenen einkaufen und stellen die Ware vor die Türe, der direkte Kontakt wird damit vermieden. «Ein kurzer Schwatz durchs Fenster liegt natürlich drin», so Anna Biermann. Ein weiteres Angebot ist der Besuchsund Begleitdienst, bei dem Freiwillige ältere oder einsam lebende Menschen besuchen und mit ihnen Zeit verbringen. «Der Lockdown hat vielen älteren Menschen einen Grossteil ihrer Selbstständigkeit genommen. Sie wollen noch raus, aber nicht alleine», so Anna Biermann. Ziel ist es, die soziale Teilhabe der Seniorinnen und Senioren zu stärken und sie wieder mehr in den normalen Alltag zu integrieren. Denn die psychischen Folgen des Lockdowns und der damit verbundenen Isolation dürfen nicht unterschätzt werden. «Die Anzahl an Kontakten ging stark zurück, kleine Gespräche wie beispielsweise mit dem Bäcker gingen verloren», erklärt Claudia Kraus. Mehr Informationen: www.srk-schaffhausen.ch GESUND & VITAL / HERBST - WINTER 2020 31

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