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Museen der Region KW40

20 MUSEEN DER REGION 29.

20 MUSEEN DER REGION 29. September 2020 «Unser Kulturerbe» – Baukultur entdecken im Regionalen Naturpark Schaffhausen Dorfgeschichten erwandern und erleben Geschichte muss nicht nur im Museum gelehrt und gelernt werden. Ein Team erarbeitet derzeit das Projekt «‹Unser Kulturerbe› – Baukultur im Regionalen Naturpark Schaffhausen». Eine wertschätzende Hommage an das Kulturerbe der Dörfer in unserer Region. Marcel Tresch Wilchingen. Das europäische Jahr des Kulturerbes 2018 ging auf eine Initiative der Europäischen Union und des Europarates zurück. Die Schweiz beteiligte sich an dieser Kampagne. Ziel des Themenjahres war, das Potenzial des Kulturerbes für die Identifikation mit Orten, Menschen und Traditionen, die Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft sowie für die Partizipation zu verdeutlichen. Im Laufe der Vorbereitungen auf dieses Jubiläumsjahr entstand auch die Idee der Denkmalpflege Schaffhausen und des Regionalen Naturparks Schaffhausen, das Wissen über die regionale, historische Baukultur sowohl für die Bevölkerung als auch für Gäste auf einfache Weise verständlich und zugänglich zu machen. In der Folge wurde das Projekt «Unser Kulturerbe» – Baukultur im Regionalen Naturpark Schaffhausen lanciert, das sich seit 2019 in der Umsetzung befindet. «Mithilfe der noch heute sichtbaren Phänomene wollen Schaffhausens Dörfer mit einem gut erhaltenen Ortsbild sind prägende Elemente der Kulturlandschaft. wir eine Brücke in die Vergangenheit schlagen und damit eine Vernetzung mit den Ortsmuseen schaffen», sagt Thomas Hofstetter, stellvertretender Geschäftsführer Regionaler Naturpark Schaffhausen. Sehr attraktiv gestaltete Dokumente Für das Projekt sind inzwischen Fachleute (siehe Kasten) verpflichtet worden, die in enger Zusammenarbeit spannende Informationen sowie Dorfgeschichten zusammentragen, aufarbeiten und in zeitgemässer Form publikumswirksam veröffentlichen. «Es wird damit eine informative Vernetzung der wertvollen Ortsbilder geschaffen sowie eine Lücke zwischen dem vorhandenen Fachwissen und der Bevölkerung geschlossen», erklärt Flurina Pescatore, Co-Projektleiterin und Leiterin Kantonale Denkmalpflege. Bilder: Marcel Tresch Von jedem dem Naturpark angehörenden Dorf entsteht auf diese Weise ein attraktiv gestaltetes, mehrseitiges Dokument, das dann den Kommunen, Schulen sowie Tourismusorganisationen elektronisch zur Verfügung stehen wird. Die Broschüren im PDF-Format können im Weiteren an allen relevanten Orten heruntergeladen werden. Das Projekt soll im Frühling des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Unser Kulturerbe: die Mitarbeitenden Projektgruppe: Flurina Pescatore, Leiterin Kantonale Denkmalpflege, Co-Projektleitung; Hans Rudolf Meier, Präsident Regionaler Naturpark Schaffhausen; Thomas Hofstetter, stellvertretender Geschäftsführer Regionaler Naturpark Schaffhausen, Co-Projektleitung; Manfred Dubach; Katharina Müller und Roger Roth, Fachpersonen. Texte: Andreas Schiendorfer. Fotos: Peter Jetzler. Layout: G & D Graphic & Design GmbH. Autor Andreas Schiendorfer, Thomas Hofstetter, Co-Projektleiter und stellvertretender Geschäftsführer Regionaler Naturpark Schaffhausen, und Flurina Pescatore, Co-Projektleiterin und Leiterin Kantonale Denkmalpflege (v. l.), haben Spass an ihrer Arbeit.

29. September 2020 MUSEEN DER REGION 21 Die Felsenburg in Buchberg ist ein historisches Haus, das Geschichten von längst vergangenen Zeiten erzählen könnte. Bilder: Denkmalpflege des Kantons Schaffhausen / Peter Jetzler Das ehemalige Bauern- und Winzerdorf Buchthalen (im Bild das Haus an der Kirchgasse 19) wurde 1947 als Quartier in die Stadt Schaffhausen eingemeindet. Begriff Baukultur nicht unbekannt Vor zwei Jahren hat das Bundesamt für Kultur, Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege, zum Thema Baukultur eine Umfrage lanciert. Auf die Frage, woran Befragte denken, wenn sie den Begriff hören, folgten unterschiedliche Antworten. Rund ein Drittel der Bevölkerung assoziiert mit dem Begriff Baukultur die Aspekte der Architektur im Allgemeinen wie das Aussehen oder die Gestaltung und Ästhetik von Bauten und Gebäuden. 20 Prozent denken an das Planen (Stadt-, Orts-, Raum-, Verkehrs- und Bauplanung). Weitere Assoziationen sind beispielsweise Tradition, Heimat- und Denkmalschutz sowie das Bauen und dessen Art und Weise im Allgemeinen, oder auch die Berücksichtigung von Umwelt, Natur und Landschaft. Die Baukultur umfasst eigentlich alles, was bisher gebaut oder an der Natur verändert wurde und sich durch ihre charakteristischen Eigenheiten auszeichnet. Im Projekt «Unser Kulturerbe» – Baukultur im Regionalen Naturpark Schaffhausen wird darauf hingewiesen, dass die Siedlungsstrukturen in der Region exzellente Qualitäten aufweisen und die traditionelle Besiedlungsform weitgehend intakt ist. Beides sind damit sichtbare Zeugen der Geschichte. Projekt zum Ergänzen und Erweitern Mit der gezielten Umsetzung des Projekts wird nun das grosse Potenzial, das in den amtlichen Inventaren, Gemeindearchiven und Museen vorhanden ist, in geeigneter Weise aufbereitet und genutzt. Dabei werden die Museen sozusagen nach aussen gebracht und erlebbar gemacht. Die Ziele der Projektmitwirkenden sind weitsichtig. Zu ihnen gehören das Steigern der allgemeinen Wertschätzung des Kulturerbes in den Gemeinden und das touristische Verbessern der einmaligen Kultur- «Unser Kulturerbe» – Baukultur im Regionalen Naturpark Schaffhausen: Die künftigen Dokumente dienen dazu, Gelesenes auch eins zu eins zu erleben. Bild: Marcel Tresch landschaft sowie das Vernetzen von und das Integrieren in weitere Aktivitäten im Parkgebiet. Daraus können Exkursionen, Führungen, Lehrmittel, elektronische Programmführer und so weiter entstehen. Ein in Bälde verfügbares Mittel, das auch gezielt ergänzt oder erweitert werden kann. Ein Teil des Reiches des Schaffhauser Bürgermeisters Tobias Holländer (1636–1711) in Hofen. Für seine persönliche Leibwache liess er hier eine Kaserne bauen. Das über 370-jährige Gebäude des ehemaligen Gasthofs «Zum Sternen» in Thayngen ist heute ein Kulturzentrum für Ausstellungen von regionalen Kunstschaffenden.

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